Nach demokratiefeindlichen Kommentaren: Erklärung gegen Hass und Hetze

Grevenbroich · Zum Abschluss der Ratssitzung am Donerstag verlas Bürgermeister Klaus Krützen eine Erklärung gegen Hass und Hetze, die im Nachgang von einer großen Mehrheit der Ratsmitglieder unterschrieben wurde. Anlass waren demokratiefeindliche Äußerungen in den sozialen Netzwerken.

In der Grevenbroicher Innenstadt werden seit vergangener Woche die 2G-Kontrollen für Kundinnen, Kunden und Händler vereinfacht: Wer an einer der acht Prüfstellen seinen Impfstatus nachweist, erhält ein Band um das Handgelenk und kann damit den Tag über die Geschäfte des Einzelhandels besuchen.

Diese positive Initiative im Sinne der Betroffenen hat wenige Minuten nach Veröffentlichung zu demokratiefeindlichen Kommentaren in den sozialen Netzwerken, insbesondere auf verschiedenen „Facebook“-Seiten geführt.

Das nahm Bürgermeister Krützen zum Anlass, eine gemeinsame Erklärung gegen Hass und Hetze und für gemeinsames Handeln in den Stadtrat einzubringen und die Ratsmitglieder aufzufordern, sich dieser Erklärung anzuschließen.

Die gemeinsame Erklärung unterschrieben 44 der 46 anwesenden Ratsmitglieder.

Gemeinsame Erklärung des Bürgermeisters und Mitgliedern des Rates der Stadt Grevenbroich

Gegen Hass und Hetze – für gemeinsames Handeln

„Wer seinen Impfstatus einmal nachweist, erhält ein Band und kann damit den ganzen Tag über in der Grevenbroicher City Geschäfte des Einzelhandels besuchen. Eine wichtige Aktion zur Unterstützung des Handels in sehr schwierigen Zeiten, aber auch für ein entspanntes Weihnachtsshoppen für die Kunden.

Diese positive Initiative im Sinne der Betroffenen hat wenige Minuten nach Veröffentlichung zu widerwärtigen und demokratiefeindlichen Kommentaren auf verschiedenen Facebook-Seiten geführt.

Auf die Frage, ob man Symbole der faschistisch/rassistischen Verfolgung im Dritten Reich auf die heutige Zeit übertragen darf, gibt es nur eine Antwort: Nein!

Kein Impfgegner, Corona-Leugner oder selbst ernannter Querdenker hat das Recht dazu, das erlittene Leid und den millionenfachen Mord an jüdischen Mitmenschen für eigene Propagandazwecke zu missbrauchen.

Niemand von denen, die den Begriff ,Impfgegner’ auf einem Judenstern posten, hat die Geschichte verstanden, geschweige denn daraus gelernt.

Jeder, der diese manipulative Bild-Sprache anwendet, zeigt deutlich, dass er die Möglichkeiten der Demokratie gerne und einseitig-rücksichtslos für seine Zwecke nutzt, Demokratie als Grundwert des Zusammenlebens aber ablehnt.

Das wird belegt durch Handlungen und Äußerungen (dazu zählen auch vorgeblich witzige Andeutungen oder die Einleitung ,Das wird man ja wohl sagen dürfen’).

Eine demokratiefeindliche Aussage bleibt ein Angriff auf unsere Gesellschaft – auch wenn ein augenzwinkernder Smiley dahinter gesetzt wird!

Auf den Grundwerten unserer Gesellschaft ist Grevenbroich unsere liebens- und lebenswerte Heimatstadt. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass es so bleibt und lassen uns von Hetzern und Relativierern nicht einschüchtern.

Grevenbroich, den 16.12.2021“

(-ekG.)