1. Grevenbroich

Zukunft des Grevenbroicher Krankenhauses

Des Landrats Vorschlag : „St. Elisabeth“ zum Modell-Krankenhaus machen

Jetzt formiert sich der Widerstand gegen eine etwaige Schließung des Grevenbroicher Krankenhauses massiv vor Ort: Eine „facebook“-Gruppe kündigt eine Demonstration und eine Mahnwache an. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gesteht ein: „Die Hektik hat dem Krankenhaus nicht gut getan.“

Ja, die Zahlen in Grevenbroich sind schlechter als im restlichen „Rheinland-Klinikum“-Verbund. Rund 3,5 Millionen Euro müssen eingespart werden. Und deshalb macht vor allem die Neusser Politik Front gegen das „St. Elisabeth“-Krankenhaus.

Unnötiger Weise, wie Hans-Jürgen Petrauschke nicht müde wird zu betonen: Erstens gehe es derzeit um Maßnahmen, die im Laufe des Jahrzehnts erfolgen sollen. Zweitens könnten die Neusser Krankenhäuser die Grevenbroicher Patienten aus Platzgründen gar nicht aufnehmen. Und drittens habe die „Schloss-Stadt-Klinik“ Vorteile, die einfach mehr in den Vordergrund gerückt werden müssten.

Der Landrat wörtlich: „Wir müssen unsere PS auf die Straße bringen. Wir müssen mehr auf uns aufmerksam machen.“ Und er nennt konkrete Beispiele...

 Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.
Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Foto: KV/Gerhard P. Müller

Das Grevenbroicher Krankenhaus sei die größte Klinik in Sachen Endoprothetik (Hüfte, Knie). Auch wenn hier am Standort die im Verbund niedrigsten stationären Zahlen geschrieben würden, wäre „St. Elisabeth“ die Klinik mit dem höchsten Prozentsatz mit Notfall-Aufnahmen, was der Landrat ganz nebenbei auch als Vertrauensbeweis wertet.

Auch die Geriatrie habe einen guten Ruf, unter anderem deshalb, weil die Patienten die Therapeuten jeden Tag sehen würden. Viele Pfunde also, mit denen man eigentlich wuchern könnte.

Der Landrat bringt noch eine andere Idee ins Spiel: Ambulante Operationen werden immer beliebter und immer wichtiger. Warum nicht ein kombiniertes System von ambulant und stationär mit dem Ziel des schnellen Austauschs etablieren, fragt er. „Grevenbroich könnte hier Modell-Krankenhaus werden“, regt er an, verweist gleichzeitig aber auf das einzige Problem auf diesem Weg: Beide Bereiche werden von unterschiedlichen Kostenträgern finanziert (ambulant = kassenärztliche Vereinigung). Hier müsste entsprechend verhandelt werden.

Möglichkeiten gebe es genug. Allerdings würde auch hier der altbekannte Satz „Es bleibt nichts so, wie es ist“ gelten. Und dann greift Petrauschke zwei Fragen auf, die in der Öffentlichkeit oft diskutiert werden: Nein, den Krebs-Patienten, der sich seine tägliche Chemo abhole, könne man nicht auf die Autobahn nach Neuss setzen.

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Und: „Keiner muss sich Sorgen um den Arbeitsplatz machen. Der ist gesichert – nur nicht zwingend am bisherigen Standort“, so der Chef der Kreisverwaltung wörtlich.

Wie ernst ihm diese Zusage ist, untermauert er durch einen konkreten Hinweis: Das „St. Elisabeth“-Krankenhaus habe just in diesen Tagen die Stelle eines „Klinikmanagers als Standortleitung“ ausgeschrieben. „... und das sieht doch nun wirklich nicht nach Schließung aus“, versucht die Wogen zu glätten. Und in Richtung Neuss ein Zeichen zu setzen.

(Gerhard P. Müller)