Am 3. November des vergangenen Jahres erfolgte eine erste Begehung der Anlage durch Fachleute des Dr. Ivonne Weiler-Rahnfeld, Hauke Evert Peters sowie Dr. Ilona Dudzinski (alle LVR-ABR). Eine weitere Begehung fand gemeinsam mit Stefan Rosellen und Jörn Esposito vom Verein „Luftschutzanlagen Rhein-Kreis Neuss“ statt. Erst jetzt darf darüber berichtet werden.
Bereits bei der ersten Untersuchung zeigte sich, dass es sich um eine zweiphasige Anlage handelt. Sie besteht aus einem so genannten „Deckungsgraben“ des Typs „Rheinhausen“ sowie einem später angebauten Rundbunker des Typs „Moerser Topf“. Im Inneren haben sich zahlreiche Details erhalten, darunter Schutzraumtüren, Reste der Elektroinstallation, Wandbemalungen sowie Einbauten wie Betten und Sitzbänke.
Besonders bemerkenswert sind persönliche Gegenstände der ehemaligen Nutzer der Schutzräume. Dazu zählen unter anderem eine Haarklammer, eine Pillendose aus Bakelit, ein gläserner Kerzenhalter mit Kerze sowie ein Löffel. Sie geben einen seltenen Einblick in den Alltag der Menschen, die während der Luftangriffe hier Schutz suchten.
Nach Kriegsende wurde der Bunker weitgehend geräumt. Der ursprüngliche Zugang zur Anlage wurde abgebrochen, der dabei entstandene Bauschutt verblieb vor Ort.
Das LVR-ABR dokumentierte die Anlage Ende 2025 archäologisch und barg mehrere Funde. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden gemeinsam mit dem Verein „Luftschutzanlagen Rhein-Kreis“ im Jahr 2027 auf der Tagung „Archäologie im Rheinland“ im LVR-Landes-Museum Bonn vorgestellt. Ein Teil der geborgenen Funde soll dort ebenfalls präsentiert werden.
Eine ausführliche Momentaufnahme von der Erstbegehung im vergangenen November finden Sie unter Grevenbroich: Der „Landrats-Bunker“ als eine spannende Zeitkapsel.