Carl-Philipp Sassenrath holt Expertise zu aktuellem Gesetzentwurf ein Lokalanhörung zur Lage der Apotheken

Grevenbroich · Über die Ostertage leisteten sie wieder Notdienst. Kürzlich hatten die Apotheken noch demonstriert. Kurz vor Ostern nahmen Apotheker aus Neuss, Grevenbroich, Dormagen und Dormagen an einer „Lokalanhörung“ teil.

Foto: CPS.

Erstmals zu diesem Format eingeladen hatte der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Carl-Philipp Sassenrath. Öffentliche Anhörungen finden im Rahmen von Gesetzgebungsverfahren im Bundestag statt. Dort tragen häufig Verbandsvertreter vor. „Mit der Lokalanhörung möchte ich den Praxistest vor Ort machen“, so Carl-Philipp Sassenrath.

Aktueller Anlass ist ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung, der derzeit im Bundestag beraten wird. Für einen Bericht zum Stand der Verhandlungen innerhalb der Koalition konnte Sassenrath Dr. Georg Kippels, parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit, gewinnen.

Für einen Bericht zum Stand der Verhandlungen innerhalb der Koalition konnte Sassenrath Dr. Georg Kippels, parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit, gewinnen.

Foto: CPS.

Dieser hob die zentrale Rolle der Apotheken für die wohnortnahe und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung hervor. Er sprach sich dafür aus, praktikable Lösungen zu finden, die die Apotheken vor Ort stärken und gleichzeitig die Belastungen für die Beitragszahler im Blick behalten.

Die Teilnehmer betonten in dem Gespräch, dass die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe sehr angespannt sei und die Zahl der Apotheken seit Jahren zurückgehe. Dies könne langfristig die Versorgungssicherheit gefährden, zumal sie verpflichtet seien, Medikamente in bestimmten Mengen vorrätig zu lagern.

Foto: CPS.

Die Apotheker berichteten von ihrem Berufsalltag, in dem sie oftmals kostenintensive Maßnahmen umsetzen müssen. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist die lückenlose Einhaltung von Kühlketten für temperaturempfindliche Medikamente, auch wenn diese per Boten zu den Kunden transportiert werden. Anders als bei Versandapotheken sei bei der Zustellung der Medikamente durch eine örtliche Apotheke die Nachverfolgung der Kühlung jederzeit möglich.

Für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation sei die im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung des Fixums, das sie für die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erhalten, von 8,35 Euro auf 9,50 Euro unverzichtbar. Dies wurde seit 13 Jahren nicht angehoben und ist entscheidend für die Kostendeckung bei Miete, Personal oder Energie.

Dr. Samina Rasch, niedergelassene Ärztin und Gesundheitspolitikerin der Neusser CDU, nahm ebenfalls an dem Austausch teil und betonte die große Bedeutung der örtlichen Apotheker, mit denen sie oftmals im direkten Austausch stehe, wenn es um ihre Patienten gehe. Rasch regte die Bildung von Netzwerken an - gerade auch im Hinblick auf die große Zahl älterer Menschen - in denen Ärzte, Apotheker, Physiotherapeuten und Pflegekräfte eng zusammenarbeiten.

Carl-Philipp Sassenrath unterstrich die Bedeutung des Dialogs und die Dringlichkeit politischer Lösungen: „Entscheidend ist, was den Patienten hilft. Und die schätzen ihre Apotheken vor Ort, ob im Notdienst, bei akuten Beschwerden oder für die individuelle Beratung. Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Grundkostenbeitrag, das so genannte ,Fixum‘, angehoben wird. Das ist für den Erhalt der Apotheken und die Planungssicherheit notwendig. Ein guter Fortschritt im aktuellen Gesetzentwurf ist auch, dass Apotheken mehr Eigenverantwortung erhalten und eine stärkere Rolle beispielsweise bei der Prävention spielen sollen."

(-ekG.)