Das dreiteilige Kunstwerk aus goldfarbenem Aluminium, geschaffen im Jahr 1992, steht vor dem historischen Ständehaus in Grevenbroich an der Lindenstraße und zählt zu den bedeutenden Kunstobjekten im öffentlichen Raum des Rhein-Kreises.
Heinz Mack, Mitbegründer der international einflussreichen ZERO-Gruppe, verbindet in seiner Arbeit organische Formen wie Stele, Ast und Knospe mit der regionalen Aluminiumindustrie. Die Skulptur symbolisiert auf eindrucksvolle Weise das Motiv des stetigen Wachstums und der Entwicklung.
Nachdem das Kunstwerk durch einen Sturm erheblich beschädigt worden war, gestalteten sich die Reparaturarbeiten aufwendiger als zunächst erwartet. Zuvor mussten großflächige Abwasserrohrsanierungen vorgenommen werden, die vom Ständehaus unmittelbar unter dem Kunstwerk verliefen.
Dabei staunten Baudezernent Harald Vieten und Architektin Manuela Walter von der Gebäudewirtschaft nicht schlecht, als das beauftragte Bauunternehmen bei den Grabungsarbeiten im vergangenen Jahr vor dem Ständehaus auf eine Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg stieß. Diese in Vergessenheit geratene und gut erhaltene Anlage musste daraufhin zunächst vom Landschaftsverband Rheinland gesichtet und dokumentiert werden, bevor die Bauarbeiten fortgesetzt werden konnten.
Die Restaurierung sowie die Neugestaltung der umliegenden Grünflächenanlage nahmen daher mehr Zeit in Anspruch als zunächst geplant und verursachten Gesamtkosten in Höhe von rund 95.000 Euro.
Ein Teil der Finanzierung wurde von der „Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung“ der Sparkasse übernommen, die die Skulptur 1992 in Auftrag gegeben und als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat.
Landrätin Katharina Reinhold freute sich über den erfolgreichen Abschluss der Maßnahme: „Grevenbroich hat eines seiner bedeutendsten Kunstwerke zurück. Mit der abgeschlossenen Restaurierung bleibt ,Formen des Wachsens’ ein sichtbares Zeichen für die Verbindung von Kunst, Geschichte und heimischer Industrie vor dem historischen Ständehaus.“
Im Zuge der Wiederherstellung wurde bewusst auf den ursprünglichen Wasserlauf verzichtet, da das Wasser die tragende Metallkonstruktion in der Vergangenheit schädigte. Stattdessen entstand eine neue Grünanlage mit Taxus-Baccata-Pflanzen, die das Kunstwerk harmonisch in das Umfeld einbettet und dessen Wirkung zusätzlich unterstreicht. Die Idee dazu hatte Tillmann Lonnes, der ehemalige Kreiskulturdezernent und Vorsitzende der Sparkassenstiftung „Kulturpflege und -förderung“.
Bettina Weiand von der „Mack Foundation“ überbrachte Grüße vom Künstler, der sich zurzeit im Ausland aufhält, und zeigte sich zufrieden mit der gelungenen Restauration und Grünanlage. Im Namen von Heinz Mack und der „Mack Foundation“ betonte sie: „Wir freuen uns, dass das Skulpturen-Ensemble ,Formen des Wachsens’ nun wieder mit seiner harmonikalen und dynamischen Sprache in den Dialog tritt mit den historischen Gebäuden, dem Raum, dem Licht und den Menschen, die alles betrachten.“
Ausgeführt wurde die aufwendige Restauration von der Kunstschlosserei Guido Spiekermann in Düsseldorf. Bernd Ingenhütt von der Sparkasse würdigte den erfolgreichen Abschluss des Projektes: „Das Ständehaus aus dem 19. Jahrhundert und die restaurierte Skulptur von Heinz Mack bilden eine Einheit aus Geschichte und Gegenwart und sind echte Hingucker.“