Grüne Punkte, rote Blitze und orange Klammern Ist das etwa Baustellen-„Verstehen Sie Spaß“?

Wevelinghoven · Alltag in Deutschland: Baustellen ohne Bewegung, tiefe Gruben ohne Aussicht und viele offene Fragen.

Das Tetris-Puzzle ging im ersten Anlauf leider nicht auf, wie dieses Bild trefflich beweist.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Alles fing damit an, dass zu Beginn des Jahres Glasfaser verlegt wurde. Die Baustellen kamen zügig und schlossen sich wieder zügig. Dass am Ende der Stichstraße ein Stück Kabel aus dem Boden ragt, ist natürlich rätselhaft, aber immerhin wird es mit einem kecken rot-weißen Pylon hübsch kaschiert.

Am Anfang der Stichstraße wurde die Baugrube allerdings nicht geschlossen. Dort musste noch ein Ventil der Trinkwasserleitung ausgetauscht werden. Das geschah dann auch zwei Wochen später an einem Donnerstag. Der Trupp war innerhalb von zwei, drei Stunden fertig. Die Baugrube blieb allerdings. Und wurde wohl irgendwie vergessen.

Der Kollege (mit Assistent) schaffte diese Denksportaufgabe dann allerdings locker.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Erst als sich zwei Wochen später Anlieger über die ausgefallene Straßenbeleuchtung beschwerten, kam Bewegung in die Sache: Ein Azubi oder Praktikant kam und klopfte die Pflastersteine sauber.

Die Baugruben 1 und 2. Vorne ist der schmale Streifen Asphalt zu erkennen, der noch nicht da ist.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Parallel wurde mit einem roten Blitz die Stelle markiert, wo wegen der Stromleitung eine neue Baugrube ausgehoben werden sollte.

Irgendwann versuchte sich ein einsamer Arbeiter im „Pflasterstein-Tetris“, um die erste Baustelle zu schließen. Das Spiel ging aber nicht auf. Ein Kollege (mit Assistent) schaffte dies nur drei Tage später dann doch.

Repariert? Gesichert? Wer weiß das schon ...

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Übrig blieb nur ein schmaler Streifen Asphalt, der mitweggerissen wurde und nun ersetzt werden muss. Zunächst wurde aber die Blitz-Baugrube aufgemacht.

Ergebnislos. Ein paar Tage später wurde sie in Richtung Westen erweitert. Und das mit zwei Ergebnissen: Eine Anwohnerin kommt seit Wochen nicht mehr in ihre Garage. Das Laternen-Stromkabel scheint bei der Glasfaserverlegung beschädigt worden zu sein.

Am Sprenger

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Zwischenzeitlich (so vor drei Wochen) wurde eine Schicht Asphalt eingebracht, sodass nur noch die obere Deckschicht fehlt.

Und die defekte Kabelstelle wurde dick mit schwarzem Klebeband umwickelt. Ob das noch „Sicherung“ oder schon „Reparatur“ ist, wird bei den Anliegern heiß diskutiert. Die rechnen wohl inzwischen mit wirklich allem.

Nur nicht damit: Seit dieser Woche prangen neue Zeichen auf dem Boden. Diesmal in Orange. An einer Stelle runde Klammern, an anderem Ort ein Viereck mit Linie. Ist Baugrube drei im Anmarsch?