Mehr Grün in der Stadt Klimabäume: Mit den Neupflanzungen kommt dann auch die Grünpflege

In den kommenden Monaten werden rund 850.000 Euro in die Pflanzung neuer Bäume sowie die Begrünung öffentlicher Flächen investiert. Den Auftakt der Maßnahmen bildet im August die Umgestaltung der Grenzstraße. Dort entsteht durch die Entsiegelung von rund 700 Quadratmetern eine neue Naturoase. Auf der bislang versiegelten Fläche werden neue Bäume und Sträucher gepflanzt.

Guido Schaffrath an der Grenzstraße. Noch herrscht hier Wildwuchs, bald jedoch sollen Klima-Bäume gepflanzt werden.

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Für den ein oder anderen Bürger kommen diese Maßnahmen jedoch auch ein wenig überraschend: Als Guido Schaffrath vor acht Jahren an die Grenzstraße zog, freute sich der Gartenfreund insbesondere über das vermeintlich große Grundstück, das zum erworbenen Haus gehörte. Sieben Jahre lang pflegte er das Grün, mähte den Rasen, pflanzte Sträucher und vieles mehr. Vor einem Jahr kam ein Schreiben von der Stadtverwaltung Grevenbroich, in dem man ihn über folgendes informierte: „...Wir haben festgestellt, dass die von Ihnen genutzte Fläche neben Ihrem Haus (...) ohne eine entsprechende Genehmigung in Anspruch genommen wird. Es handelt sich hierbei um städtisches Eigentum, für das keine vertragliche Nutzungsvereinbarung besteht. Die Fläche ist für Maßnahmen zur Erlangung von Ökopunkten vorgesehen. Daher bitten wir Sie, die Fläche bis spätestens 30. September 2025 vollständig zu räumen und in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. ...“

Guido Schaffrath fügte sich den Anweisungen – insbesondere, da er sich eingestehen musste, dass er sich nicht gründlich genug über die wahren Abgrenzungen seines Grundstückes informiert hatte. Dennoch musste er zusehen, wie das Fleckchen Land in seinen Augen „verwahrloste“, wie Beikräuter in die Höhe schossen. Doch besonders schmerzte es ihn, dass seine lieb gewonnenen Hibiskussträucher entfernt wurden. Durch den Wildwuchs auf dem aktuell noch brach liegenden Gelände empfindet er auch persönliche Nachteile: „Die Unkräuter wachsen natürlich auch in unseren Garten rüber. Ich würde zum Beispiel gerne die Brombeerhecken stutzen, die zu uns herüberwachsen, denn sie ranken auch am Schuppen entlang und ich habe Angst, dass sie Dach und Bausubstanz beschädigen. Doch die Pflanzen vom Nachbargrundstück darf man ja nicht ohne Weiteres bearbeiten.“

Dass die städtische Fläche bald entsiegelt werden soll und dass dort Klimabäume gepflanzt werden, erfuhr Guido Schaffrath erst vor Kurzem. Diese Entwicklung freut ihn, doch er hofft, dass im Zuge dessen die Grünfläche auch regelmäßig gepflegt wird – insbesondere die Kanten, die an die Grenzen zu den Anwohnern heranreichen.

Die Stadtverwaltung kann ihn diesbezüglich beruhigen. „Die städtischen Grünflächen werden regelmäßig gepflegt; so auch die entstehende Naturoase an der Grenzstraße“, verkündet Pressesprecher Tobias Kaiser und er versichert, dass mit Beginn der Umgestaltungsmaßnahmen an besagtem Standort auch umfangreiche Freischneidearbeiten verbunden sein werden.

Die Pressestelle der Stadt Grevenbroich hat die Bürgerschaft über die bevorstehenden Maßnahmen informiert, wobei die Grenzstraße nur eine von vielen Maßnahmen ist.

Im Anschluss folgen weitere Begrünungsmaßnahmen an der Deutsch-Ritter-Allee. Dort werden die Baumscheiben umfassend neugestaltet und aufgewertet, um den Straßenbäumen künftig bessere Wachstumsbedingungen zu bieten und das Stadtbild weiter zu begrünen. Darüber hinaus werden im gesamten Stadtgebiet bestehende Baumlücken geschlossen und mehrere Alleen durch gezielte Nachpflanzungen wieder vervollständigt. So werden ausgefallene oder aus Verkehrssicherheitsgründen entfernte Bäume ersetzt, um das charakteristische Erscheinungsbild der Alleen langfristig zu erhalten.

Thomas Broich