Sicherer Platz für Fahrräder Neue Abstellanlage in Hochneukirch eröffnet

Hochneukirch · Bürgermeister Philipp Sieben freut sich: Ein weiterer Schritt zur Stärkung des Radverkehrs in Jüchen ist getan. An der Martin-Köllen-Straße gegenüber des Bahnhofs Hochneukirch, wo vorher 18 Fahrradboxen und 24 überdachte Fahrradbügel zur Verfügung standen, wartet nun eine moderne Fahrradsammelgarage auf die Radler.

Von links: Isabelle Heidbüchel (Stadt Jüchen), Sabine Janclas (Stadt Jüchen), Bernd Kloes (Geschäftsführer BIK TEC GmbH), Bürgermeister Philipp Sieben, Angelika Herten-Schmitz (Ratsmitglied), Maximilian Hampel (Stadt Jüchen), Daniel Wehe (Projektleiter BIK TEC GmbH), Torben Reipen (Sachkundiger Bürger) und Franjo Herten (Radfreunde Jüchen).

Foto: Kurier Verlag GmbH/Daniela Furth

Der Bedarf für die neue Anlage ergab sich aus der Auslastung der vorherigen Fahrradabstellmöglichkeiten. Während die Fahrradboxen zu rund 80 Prozent ausgelastet waren, waren die Fahrradbügel regelmäßig überbelegt, sodass Fahrräder häufig an Laternenmasten abgestellt wurden. Zudem entsprach das Platzangebot der Fahrradboxen nicht mehr den Anforderungen moderner E-Bikes und Pedelecs.

Die neue Fahrradabstellanlage bietet nun Platz für insgesamt 40 Drahtesel – mit und ohne Akku. Dank der LED-Beleuchtung ist sie zudem zu jeder Tageszeit gut nutzbar. Wie Sabine Janclas, Technische Dezernentin der Stadt Jüchen, verrät, seien die Nutzer der Fahrradboxen angeschrieben worden, um ihnen als Erstes die Nutzung der neuen Abstellplätze zu ermöglichen.

„Ich bin sehr froh, dass wir die Fahrradsammelgarage nun in Betrieb nehmen können. Denn der Ausbau einer attraktiven Radverkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Baustein für unsere Stadt“, betonte Philipp Sieben, „der Bahnhof Hochneukirch wird sehr gut angenommen als Pendlerstrecke Mönchengladbach-Köln, auch aus dem Erkelenzer Raum. Hier ist ein wichtiger Punkt, an dem wir verschiedene Mobilitätsarten verknüpfen. Die neue Fahrradsammelgarage verbindet Komfort, Sicherheit und Digitalisierung und macht die Nutzung des Fahrrads noch attraktiver.“

Während die Nutzung der Fahrradboxen durch einen ausschließlich jährlich abzuschließenden Pachtvertrag sehr unflexibel war, erfolgt der Zugang zur Fahrradsammelgarage über ein digitales und nutzerfreundliches System sowohl für Kurzzeit- als auch Langzeitnutzer. So können Alltags- und Freizeitradfahrer gleichermaßen von einer rundum geschützten Abstellmöglichkeit profitieren. Ob sechs Stunden, ein Tag, eine Woche, ein Monat, ein halbes Jahr oder ein Jahr, über die Buchungsplattform Conwee (https://app.conwee.eu/#/pages/parking-facilities/parking-facility-detail/29) können Stellplätze flexibel für verschiedene Zeiträume reserviert werden. Die Preise sind entsprechend gestaffelt. „Mit der Möglichkeit, einen Fahrradstellplatz auch für kurze Zeit flexibel mieten zu können, folgt Jüchen der Empfehlung der AGFS – der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW, der unsere Stadt angehört“, erklärt der Bürgermeister.

Zugang zur Fahrradabstellanlage erhalten die Nutzer dann entweder mittels zugesandtem PIN-Code am Terminal, dem Scannen des erhaltenen QR-Codes am Terminal oder mittels einer bereits vorhandenen RFID-Karte, die registriert werden kann. Wer die neue Parkmöglichkeit für seinen Drahtesel nutzt, kommt außerdem in den Genuss der integrierten Reparaturstation: Für kleinere Reparaturen von Fahrrädern stehen ein Werkzeugsatz sowie eine hochwertige Luftpumpe für alle gängigen Ventile bereit.

Beim Bau der modernen Anlage wurde natürlich auch Wert auf die Nachhaltigkeit gelegt, wie Maximilian Hampel, Leiter des Amts für öffentliche Infrastruktur, erklärt: „Wir haben die Pflastersteine vom alten Platz wiederverwendet und die Fahrradsammelgarage mit einer Dachbegrünung ausgestattet.“ Und Sabine Janclas ergänzt, dass nicht nur der Baum, der der Anlage weichen musste, sich gut an seinem neuen Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite mache, sondern auch noch vier zusätzliche Bäume gepflanzt werden sollen.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich nach aktuellem Stand auf rund 97.000 Euro, worin die Kosten für die Fahrradsammelgarage sowie vorbereitende Maßnahmen enthalten sind. Zusätzlich entstehen jährliche Betriebskosten für das Buchungssystem sowie für den Stromverbrauch der Anlage. Dass dieses zukunftsweisende Projekt umgesetzt werden konnte, ist nur dank der hohen Förderquote von 95 Prozent möglich, erklärt der Bürgermeister mit Blick auf die finanzielle Lage der Stadt Jüchen. Gefördert wird das Projekt über das Programm Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah). Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt damit Kommunen und Kreise bei der Stärkung des Rad- und Fußverkehrs, um umweltfreundliche und sichere Mobilität vor Ort zu etablieren. Auch der Bund unterstützt das Projekt im Rahmen des Sonderprogramms Stadt und Land.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Fahrradsammelgarage gut angenommen wird – sowohl von den ehemaligen Nutzern der Fahrradboxen als auch von neuen Radlern. Man ist guter Dinge, sind sich alle einig.