1. Grevenbroich

Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2020

Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2020: : Fallzahlen widersprechen mitunter dem Sicherheitsempfinden der Bürger

Am vergangenen Freitag stellte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als Leiter der Kreispolizei die Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2020 vor. Sie stellt mit 23.900 registrierten Straftaten erneut einen Rückgang der Gesamtdelikte im Rhein-Kreis dar. Petrauschke zeigte sich zu dieser Entwicklung positiv gestimmt, jedoch auch realistisch: „Ich freue mich, dass sich die Fallzahlen für das Jahr 2020 auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen 20 Jahre befinden.“

Ihm sei aber auch bewusst, dass das Sicherheitsempfinden der Menschen zuweilen eine andere Sprache spricht. Petrauschke versprach: „Deshalb setze ich mich mit den  Mitarbeitern der Kreispolizei jeden Tag dafür ein, dass der Rhein-Kreis sicher bleibt.“

Übrigens: Im Rhein-Kreis wurde mehr als die Hälfte aller Straftaten aufgeklärt. Das sei aber kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen, hieß es weiter: „Die Polizei arbeitet weiter daran, Straftaten konsequent zu verfolgen und vor allem zu verhindern.“

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im fünften Jahr in Folge zurückgegangen: Mit 670 Straftaten wurden 79 Fälle weniger registriert als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 10,6 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr (12,4 Prozent) gesunken.

 Landrat Hans-Jürgen Petrauschke fordert die Bürger auf: „ Scheuen Sie sich daher nicht, bei verdächtigen Beobachtungen den Notruf der Polizei (110) zu wählen“.
Landrat Hans-Jürgen Petrauschke fordert die Bürger auf: „ Scheuen Sie sich daher nicht, bei verdächtigen Beobachtungen den Notruf der Polizei (110) zu wählen“. Foto: RKN

Der Rückgang der Fallzahlen im Rhein-Kreis sei als Trend erfreulich und ein positives Zeichen, aber insgesamt noch nicht zufriedenstellend. Betrifft dieses Delikt doch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in besonderem Maße. Wohnungseinbruchdiebstahl bildet daher weiterhin einen Schwerpunkt der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung.

Von den 670 Delikten sind fast 50 Prozent im erfolglosen Versuchsstadium stecken geblieben. Hier konnte das gute Vorjahresniveau gehalten werden, wonach es regelmäßig in mehr als einem Drittel der Fälle (lediglich) zu einem versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahl kommt.

Das Thema Diebstahl nimmt den größten Anteil aller Straftaten ein: Mit insgesamt 8.665 Diebstahlsdelikten haben wir aktuell einen Rückgang um 1.170 Fälle in diesem Feld zu verzeichnen. Ein weiterer großer Block wird von den Vermögens- und Fälschungsdelikten gebildet: Dieser Deliktsbereich ist um 323 Fälle auf 4.459 Straftaten zurückgegangen, wobei die Betrugsdelikte mit insgesamt 3.867 Delikten und einem Rückgang um 109 Straftaten den größten Anteil ausmachen.

Mit 2.461 Fällen sind die Körperverletzungsdelikte im Vergleich zum Vorjahr um 154 Straftaten gestiegen.

Noch einmal der Landrat: „Auch wenn in vielen Bereichen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, wird die Polizei weiterhin alle Kräfte einsetzen, denn jeder Wohnungseinbruch, jeder Diebstahl, jeder Betrug ist einer zuviel.“ Die Polizei setze bei der Bekämpfung  auch auf die Unterstützung der Bevölkerung. 

Hier die detaillierten Zahlen für Grevenbroich: Die bekannt gewordenen Straftaten sind im Jahr 2020 in der Stadt Grevenbroich gestiegen. Es wurden 365 Straftaten mehr als im Vorjahr registriert. Das entspricht einer Steigerung um zehn Prozent. 56 Prozent der Delikte konnten aufgeklärt werden.

Während die Straßenkriminalität sank, gab es bei den Gewaltdelikten ein deutliches Plus. Zugleich sank hier die Aufklärungsquote merklich (5,3 Prozentpunkte). Übrigens gab es auch weniger Diebstähle, dafür aber 16 Prozent mehr Betrugsfälle.

In der Gillbach-Gemeinde Rommerskirchen wurden wurden 90 Straftaten mehr als im Vorjahr registriert. Die Aufklärungsquote stieg um 10,3 Prozentpunkte. Auch hier sanken die Einbrüche und stiegen die Betrugsfälle.

Gerhard Müller