Schützenfest Gustorf Diese Züge jubilieren!

Gustorf · Zwei Zug-Jubiläen gilt es heuer im Gustorfer Regiment zu vermerken und zu feiern: 100 Jahre des 4. Grenadierzug „Heimatfreunde“ und das Silber-Jubiläum des Königszuges.

 Der 4. Grenadierzug.

Der 4. Grenadierzug.

Foto: BSV/Michael Offermann

1924 markiert die Geburtsstunde des 4. Grenadierzuges „Heimatfreunde“, der zu den ehrwürdigen Traditionszügen des Grenadiercorps zählt. Interessanterweise wurde der Zug in der Chronik des Bürger-Schützen-Vereins zum 125-jährigen Jubiläum als „Stehe fest, wanke nicht“ bezeichnet. Das genaue Datum der Umbenennung ist jedoch nicht dokumentiert. Es ist anzumerken, dass aus den Gründungszeiten des Zuges nur wenige bis gar keine detaillierten Informationen mehr vorhanden sind.

Die Anfänge des Zuges wurden maßgeblich von Jakob Bischof, dem Vater von Oberst Josef Bischof, und den vielen noch als Standesbeamten bekannten Peter Bischof beeinflusst.

In den nachfolgenden Jahren trugen engagierte Führungspersönlichkeiten wie Martin Hilgers, Arnold Fischermann, Peter Klee und Josef Cremer zum Wachstum und zur Entwicklung des Zuges bei. Zum Jubelfest 1962 wird in der Regimentsaufstellung Fritz Bronneberg als Zugführer und sein Sohn Hermann Bronneberg als Flügelleutnant angeführt.

Diesen folgen Persönlichkeiten wie Wilibert Klug und Karl-Heinz Spenrath. Von 2001 bis 2014 leitete Ulrich Karl den Zug, bevor Andreas Neuhäuser die Verantwortung übernahm und bis heute an der Spitze des Zuges steht.

Die Tradition der Uniform war bis in die 1970er Jahre geprägt durch den Gehrock. Doch dieser wurde im Laufe der Zeit durch den Frack ersetzt. Ein weiteres bemerkenswertes Ereignis war 1988 die Einführung der Zugstandarte, die das Siegel des ehemaligen Gustorfer Hofes trägt.

Obwohl der 4. Grenadierzug keine Schützenkönige hervorbrachte, fanden zwei Regenten, Peter Kruber und Wilfried Kohlhas, ihre Schützenheimat in diesem Zug. Ein besonderes Highlight war das beeindruckende Vereinsjubiläum von Paul Krahwinkel, der nahezu 83 Jahre Mitglied war und somit zu einem der ältesten Mitglieder aller Zeiten im Bürger-Schützen-Verein avancierte.

Ein Wendepunkt in der Geschichte des Zuges war die Integration der verbliebenen Mitglieder des 3. Grenadierzuges „Wasserfreunde“. Unter der Führung von Peter Hartmann und unterstützt durch Dieter Gutschmidt trat der Kern des 3. Grenadierzuges 1998 in den 4. Grenadierzug ein, nachdem sie ihre Aktivitäten im Vorjahr eingestellt hatten.

Heute präsentiert sich der 4. Grenadierzug als ein harmonischer Mix aus jungen und älteren Mitgliedern. Die Gemeinschaft marschiert Seite an Seite und hält die Traditionen des Zuges und des gesamten Bürger-Schützen-Vereins hoch.

25 Jahre 9. Jägerzug „Wilddieb“

Der Königszug.

Der Königszug.

Foto: BSV/Michael Offermann

Anfang November 1998 hatten zwölf Jungs aus Gustorf die Idee, einen Jägerzug zu gründen. Nach ein paar Gesprächen im Voraus war schnell klar, dass die Möglichkeit bestand, den 9. Jägerzug „Wilddieb“ neu zu gründen. Sofort verabredete man sich und traf sich zum ersten gemeinsamen Abend in der Hütte am Torfstecherweg.

Die Gründer-Versammlung fand am Samstag, 21. November 1998, statt. Viele der damaligen Gründungsmitglieder sind auch noch immer im Zug aktiv. Die Neugründung eines, vor allem jungen neuen Jägerzugs, sprach sich schnell herum und es dauerte nicht lange, bis die ersten Anfragen kamen, ob man dem Zug
nicht beitreten könne. So kam es, dass man innerhalb kürzester Zeit mehrere Neuaufnahmen verzeichnen konnte.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der 9. Jägerzug unter der Führung von Lars Zumbroich und seinem Stellvertreter Frank von Bardeleben zu einem starken Zug im Regiment. Neben dem Spaß bei gemeinsamen Aktivitäten, wie Zugausflügen und Kameradschaftsabenden, legte man stets großen Wert auf ein adrettes Auftreten auf der Straße. Auch beim Fackelbau konnten sich die „Wilddiebe“ schnell einen Namen machen. Nachdem der 14. Jägerzug dem noch jungen Zug die Chance gab, am Bau einer Gemeinschaftsfackel mitzuwirken, konnte man sich im Laufe der Jahre gemeinsam einige Spitzenplatzierungen im Wettbewerb sichern.

Aktuell umfasst der 9. Jägerzug 23 aktive Mitglieder und wird angeführt von Michael Offermann mit seinem Stellvertreter Andreas Krahwinkel. Einige der „Wilddiebe2 bekleiden mittlerweile auch offizielle Posten im Vorstand des Bürger-Schützen-Vereins. So kommen Jägerhauptmann Sebastian Phillipps, Oberstadjutant Marcel Gehlen sowie der Adjutant des Jägermajors Marc Abels aus den Reihen des 9. Jägerzuges. Außerdem stellt der Zug in Person von Michael Offermann den Fackelbeauftragten des Vereins sowie den stellvertretenden Geschäftsführer mit Marcel Gehlen.

Wie es sich für einen Schützenzug gehört, werden auch die „Wilddiebe“ stets von ihren Zugfrauen unterstützt. Da es in den vergangenen Jahren auch reichlich Nachwuchs gab, werden Veranstaltungen wie das Zugkönigschießen oder Vatertag schnell zum Familienfest mit mehr als 50 Personen.

Königszug im Jubiläumsjahr

Nach einer spontanen Idee zum Vogelschuss konnte sich Lars Zumbroich zum ersten Schützenkönig in der noch jungen Zuggeschichte krönen. Die „Wilddiebe“ nahmen ihre Aufgabe als Königszug mit viel Fleiß und Freude an und feierten unter ihrem Motto „Wir sind König“ ein tolles Schützenfest. Auch im Jahr 2019 war es wieder eine spontane Idee zum Vogelschuss. Es war Michael Franz, der an der Vogelstange antrat, um seinen Zugkameraden Michael Nix mit seiner Gattin Sabrina zum neuen Kronprinzenpaar zu küren, was nach einem langen und sehr spannenden Schießwettbewerb auch gelang.

Auch wenn es (aus bekannten Gründen) ein paar Jahre länger bis zur Krönung dauerte, hat man das Ziel nie aus den Augen verloren. Dabei war immer klar, das Motto „Wir sind König 2.0“ ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. In diesem Jahr ist es dann nun endlich soweit und die „Wilddiebe“ können – in ihrem Jubiläumsjahr – wieder als Königszug durchs Dorf marschieren.

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