Erlebnismarkt & Jobbörse Der „Arbeitnehmermarkt“ bringt ganz neue Fragen. Und Chancen!

Grevenbroich · Es sei nicht mehr das Plus an Geld, wonach die nach Arbeit Suchenden fragen würden, macht Kristiane von dem Bussche (GWFS) deutlich. Hast Du Solar auf dem Dach? Kann ich mit dem Fahrrad kommen? Und wie sieht es mit der innerbetrieblichen Weiterbildung aus? Das seien die Fragen, die die potenziellen Arbeitgeber hören würden.

 Kristiane von dem Bussche, Heinrich Thiel und Andrea Istas vor der „Coens-Galerie“, wo am 24. September die „Jobbörse“ stattfindet.

Kristiane von dem Bussche, Heinrich Thiel und Andrea Istas vor der „Coens-Galerie“, wo am 24. September die „Jobbörse“ stattfindet.

Foto: Kurier Verlag GmbH/-DaFu.

Fachkräftemangel und Arbeitnehmermarkt – zwei Begriffe, die Veranstaltungen wie die „Jobbörse“ am 24. September in der „Coens-Galerie“ hervorgerufen haben, die aber auch schon bei der Suche nach ansiedlungswilligen Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind. „Als Stadt sind wir daran interessiert, die Unternehmer anzusiedeln, deren Arbeitsplätze morgen noch gefragt sind“, macht Kristiane von dem Bussche, Geschäftsführerin der „Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing“ (GWFS), deutlich.

Deshalb bietet sie den Unternehmen, die nach Grevenbroich kommen wollen (und das sind angesichts der hervorragenden Lage zwischen Köln und Düsseldorf nicht wenige), ein „Bewerbungs-Coaching“ an: „Wir erklären, was uns wichtig ist, was die Unternehmen brauchen, um den Zuschlag zu bekommen.“

Da geht es um die Qualität der Arbeitsplätze und deren Dichte, um die Nachhaltigkeit in Bau und Betrieb, um interne Fortbildungsmöglichkeiten, um familienfreundliche Arbeitsbedingungen und um die Mitarbeiterführung. „Wir wollen die Bewerbungen nicht annehmen und dann richten, sondern Möglichkeiten im Dialog ausloten“, so Kristiane von dem Bussche weiter.

Sie kann von „guten Gesprächen“ und von viel Lob für dieses Format berichten. Gerade auch kleinere Handwerksbetriebe, die sich erweitern wollten, seien dankbar: Die würden vielleicht seit Jahren den örtlichen Sportverein unterstützen, aber nicht daran denken, dies auch in der Bewerbung um das Grundstück zu erwähnen. Dabei sei auch das ein wichtiger Punkt.

Und dann berichtet die GWFS-Geschäftsführerin von einem Logistik-Unternehmer, der ihr erzählt habe, dass er in den 70er Jahren beim Bau einer Halle noch nicht einmal nach Fenstern und Heizung gefragt worden sei. „Heute muss er einen bewegten Sportraum im Keller und eine Fortbildungs-Akademie im Haus bieten, um Mitarbeiter zu finden.“

Apropos nachhaltig: Die GWFS hat mit dem „Wuppertal Institut“ ein Forschungsprojekt gestartet, in dem es um die „Infrastruktur von Gewerbegebieten morgen und übermorgen“ geht. Das fange schon bei den Leitungssystemen an: Gas? Wasserstoff? Kälte? Und vor allem schnelle Daten-Leitungen. Was brauchen Logistiker, was produzierende Unternehmen oder Handwerker? Ohne Zweifel ein spannendes und zukunftsöffnendes Projekt.

(Gerhard P. Müller)