1. Jüchen

Kirchenglocken läuten bis Sommer nicht mehr: Dach soll komplett erneuert werden

Kirchenglocken läuten bis Sommer nicht mehr : Dach soll komplett erneuert werden

Am Sonntag wurde vorerst der letzte Gottesdienst in der "St. Pantaleon"-Kirche gehalten. Heute wird die Elektronik abgenommen, so dass die Kirchenglocken verstummen werden. Ob die Uhr noch weiterticken wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Wegen Reparaturarbeiten am Kirchendach soll es anderthalb Jahre um die Kirche still stehen, im Sommer 2020 soll die Fertigstellung dann mit einem Einweihungsfest gefeiert werden.

"Weil es in die Kirche hineinregnet, wurden Untersuchungen am Dach vorgenommen und dabei festgestellt, dass das Dach zu schwer für die viel zu hohe, schlanke Kirche ist", weiß Pfarrer Franz-Karl Bohnen, "bisher sind wir davon ausgegangen, eine neue Schiefer-Eindeckung würde ausreichen, es muss aber der gesamte Dachstuhl erneuert werden."

Zwei Millionen Euro kosten die Baumaßnahmen, 60 Prozent werden dabei vom Bistum übernommen. "Den Rest zahlen wir", so der Pfarrer, "wir haben Konzerte gegeben, Unternehmen um Unterstützung gebeten oder auch Kerzen verkauft. Das bringt zwar nicht viel, aber es bringt etwas und jetzt sehen alle, das auch was gemacht wird." Doch trotzdem sei die Kirche auf weitere Spenden angewiesen.

"Immer wieder hat es Reparaturen gegeben ..."

Vier Jahre stand Bohnen in Gesprächen mit dem Generalvikariat in Aachen über die Sanierung der 1870 erbauten Kirche. "Der Bauunternehmer hatte eigenmächtig den Bauplan geändert, indem er die Säulen in der Kirche drei Zoll dünner herstellte und die Gewölbe höher legte, wodurch Teile der Dachkonstruktion nicht eingebaut werden konnten", weiß Pfarrer Bohnen über die bauliche Vorgeschichte der "St. Pantaleon"-Kirche.
Bereits nach einem Jahr wurden dadurch Risse im Gewölbe sichtbar. Weitere Jahre später wurde die Kirche dann sogar kurzzeitig geschlossen.

"Immer wieder hat es Reparaturen gegeben, jetzt muss ein neuer Dachstuhl aus einem Holz- und Stahl-Konstrukt so gebaut werden, dass er nicht auf den Mauerkronen aufliegt", erzählt Franz-Karl Bohnen. Und weil die Kirche seit 1984 unter Denkmalschutz steht, muss die Kirche wieder soweit hergestellt werden wie zu dieser Zeit. "Die Alternative wäre gewesen die Kirche zu schließen", so Bohnen weiter, "wir sind aber verpflichtet ein solches Wahrzeichen für Hochneukirch zu erhalten."

Bis dahin müssen Gottesdienste, Andachten, Beerdigungen und weiteres umdisponiert werden. "Der Sonntags- und Mittwochs-Gottesdienst findet weiterhin statt, allerdings im Thomas-Morus-Haus", berichtet er, "Beerdigungen und Andachten werden in die Kapelle nach Otzenrath verlegt."