Mutterschutz, Elternzeit, Krankheitsfälle – verschiedene Faktoren machten es zuletzt schwierig, den gesetzlich vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel in den drei genannten städtischen Kindertagesstätten zu gewährleisten. Einziger Ausweg: die Einführung der sogenannten „Vier-Tage-Woche“. „Das heißt, dass jede Gruppe an einem festgelegten Tag in der Woche geschlossen werden musste und die Kinder an diesem Tag die Kindertagesstätte nicht besuchen konnten“, erklärt die Stadt Jüchen, „die vorübergehende Schließung einzelner Gruppen erfolgt ausschließlich, wenn die gesetzlichen Anforderungen an Aufsicht, Kinderschutz und personelle Mindestbesetzung nicht mehr verlässlich eingehalten werden können. In diesen Fällen ist der Träger gemäß § 47 SGB VIII im Rahmen des Kinderschutzes verpflichtet, im Interesse der Sicherheit der Kinder entsprechende Maßnahmen zu treffen.“
Eine schwierige Zeit für viele Eltern, die sich für eine nicht absehbare Zeit nach anderen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder umsehen mussten. Eine Mutter, die sich zu Beginn der „Vier-Tage-Woche“ Mitte Mai an den Top-Kurier wandte und schon öfter von Betreuungsausfällen betroffen war, drückte es klar aus: „Wenn ich die ausgefallenen Betreuungstage hochrechne, dann sprechen wir von einem Umfang, der sich durch keine private Lösung mehr auffangen lässt.“
Nach gut acht Wochen soll die „Vier-Tage-Woche“ nun aber mit der Rückkehr aus der Schließungszeit der jeweiligen Einrichtung in den Sommerferien enden, so die Stadt. Auf die Dauerausschreibung für Pädagogische Fachkräfte in Kitas hätten sich mehrere Interessenten gemeldet und „die Einstellungsverfahren konnten alle erfolgreich abgewickelt werden“. Insgesamt wurden neun Kräfte eingestellt. „Wir werden diese natürlich auf die Kitas, wo der Bedarf am größten ist, aufteilen“, erklärte Bürgermeister Philipp Sieben in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause, „ich bin sehr zufrieden, das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Ein großer Dank geht an die Ämter, die gute Arbeit geleistet haben.“
Nach derzeitigem Stand könne durch die Neueinstellungen zu Beginn des Kindergartenjahres 2026/27 in allen städtischen Einrichtungen der reguläre Betrieb stattfinden. „Nichtsdestotrotz können im Verlauf des Kindergartenjahres weiterhin unvorhersehbare beziehungsweise unplanbare Veränderungen eintreten, die potenzielle Maßnahmen nach sich ziehen können“, dämpft die Stadt die gute Nachricht etwas ab.
Zum Start ins neue Kitajahr scheinen die Eltern aber nun erst einmal aufatmen zu können. Doch noch immer gibt es offene Erzieherstellen, wie die Stadt Jüchen auf Nachfrage erklärt: „Allerdings führt dies nicht zur Schließung einzelner Gruppen zu Beginn des Kindergartenjahres 2026/27.“