„Die weitreichenden Reformpläne der Bundespolitik fordern von allen Krankenhäusern eine vorausschauende Strategie, um eine medizinisch hochwertige Versorgung ihrer Patienten sicher zu stellen und gleichzeitig wirtschaftlich zu arbeiten“, betont Landrätin Katharina Reinhold in einer gemeinsamen Presseerklärung mit Bürgermeister Breuer aus Neuss.
Die beiden großen Krankenhausträger im Rhein-Kreis haben demnach auf diese Herausforderungen reagiert und gemeinsame Gespräche aufgenommen. Das „Rheinland Klinikum“ hat mit der „St. Augustinus Gruppe“ eine Potenzialanalyse durchgeführt, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit im Sinne einer zukunftsorientierten wirtschaftlichen und strukturellen Synergie zu sondieren.
Reinhold: „Im Kreistag und im Rat der Stadt Neuss wird in den kommenden Wochen abgestimmt werden, ob weitergehende Konzepte für eine Zusammenarbeit entwickelt werden sollen. Dies kann eine Kooperation auf sekundärer oder tertiärer Ebene (Apotheke oder Wirtschaftsbereiche) oder eine strategische Kooperation sein. Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Trägern sollen ebenfalls untersucht werden.“
Eine entsprechende Beschlussvorlage ist den Mitgliedern des Kreisausschusses und des Beteiligungsausschusses zugegangen.
Inzwischen hat sich auch Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens zu Wort gemeldet: Er begrüße Gespräche zur Zukunft der Krankenhausversorgung.
„Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen sei es richtig und verantwortungsvoll, frühzeitig über zukunftsfähige Strukturen für die medizinische Versorgung der Menschen in der Region nachzudenken“, lautet sein Tenor.
„Die Krankenhauslandschaft befindet sich bundesweit in einem erheblichen Wandel. Die aktuellen Gespräche zeigen, dass die Verantwortlichen die Herausforderungen aktiv angehen und nach tragfähigen Lösungen suchen. Das ist ein wichtiges Signal für die Bürger im Rhein-Kreis“, erklärt Mertens.
Vor diesem Hintergrund regt Mertens an, die bereits in der Vergangenheit diskutierte Idee einer regionalen Machbarkeitsstudie erneut aufzugreifen. Ziel sollte es sein, gemeinsam mit dem Rhein-Kreis, den betroffenen Kommunen sowie den Krankenhausträgern unterschiedliche Zukunftsszenarien für die Krankenhausversorgung in der Region ergebnisoffen zu untersuchen.
„Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, wie wichtig eine langfristige strategische Betrachtung der Gesundheitsversorgung ist. Deshalb halte ich es für sinnvoll, mögliche Perspektiven für die Region noch einmal umfassend und wissenschaftlich fundiert zu betrachten. Eine Machbarkeitsstudie könnte hierfür eine gute Grundlage schaffen.“
Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Vorfestlegungen, sondern um eine sachliche Analyse der künftigen Bedarfe und Möglichkeiten. „Wir sollten die gegenwärtigen Gespräche zum Anlass nehmen, gemeinsam über die langfristige Ausrichtung der Gesundheitsversorgung nachzudenken“, so Mertens abschließend.