Bürgermeister Klaus Krützen erzählte von den Gründen seiner Reha-Pause Fast-Ehrenbürger Schlämmer hatte für „seine“ Stadt nur `nen kurzen Clip übrig

Grevenbroich · „Lieber Klaus, ich krütze dich ... äh ... ich grüße Dich“, tönte es von der Leinwand, als Wirtschaftsvereinigung und Wirtschaftsförderung ins Kino eingeladen hatten. Horst Schlämmer, dessen zweiter Film im Verlauf des Abends zu sehen war, war zwar nicht da, hatte aber ein Video (zwei Minuten 30) geschickt. Spannender waren aber die privaten Dinge, die führende Politiker im schummrigen Licht des Kinosaals 1 ausplauderten ...

Horst Schlämmer 2024 Krützen Reinhold Sieben

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Dort gab es nämlich vor dem Film eine „Podiums-Diskussion“ mit Bürgermeister Klaus Krützen, Amtskollegen Philipp Sieben aus Jüchen sowie Landrätin Katharina Reinhold unter Motto „100 Tage nach der Wahl ...“.

Die politischen Statements, die Nadine Leonhardt und Alexander Walter abfragten, waren dabei wenig überraschend: Krützen sieht seine Stadt mit ihren quasi ab sofort nutzbaren Industrieflächen weltweit im Vorteil. In Jüchen will Sieben viele Gewerbegebiete mit seinem tollen Rathausteam nach vorne bringen. Und Landrätin Reinhold hat die interkommunale Zusammenarbeit innerhalb des Rhein-Kreises zu ihrem besonderen Thema gemacht. Außerdem sieht sie in Sachen Digitalisierung dringenden Nachholbedarf in ihrer Verwaltung. „Akten im Keller suchen“ ginge heutzutage ja überhaupt nicht mehr. Ohne Zweifel auch ein wenig Kritik an ihrem Amtsvorgänger.

Spannend wurde es, als es „ans Eingemachte“ ging: Nein, lange Tage würden ihr nichts ausmachen, betonte Reinhold: „Mir macht es richtig Spaß und ein dickes Fell habe ich ja“, schätzte sie ihren neuen „Job“ ein. Kraft tanke sie unter anderem durch ihren Sport (zweimal die Woche geht sie schon vor dem Morgengrauen ins Schwimmbad) und durch Familienfrühstücke (inklusive Pubertätsstress).

Philipp Sieben verwies in Sachen „Ruhepol“ auf seine beiden Kinder (dreieinhalb und ein halbes Jahr alt), die ihn jeglichen Rathaus-Stress vergessen lassen würden. Der gehe allerdings allzu oft zulasten der Freundschaften. „Da muss ich für mich noch dran arbeiten“, gestand er ein.

Im schummrigen Licht des Kinosaals 1 plauderten die führenden Politiker viel Privates aus ...

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Klaus Krützen verwies hier auf seine Familie und „viele nette Kontakte zu Menschen“. Es gebe allerdings auch die von der anderen Sorte. Als er zum Beispiel in Reha war, seien ihm im Internet alle möglichen Krankheiten nachgesagt worden. Dabei sei es um Schlafprobleme gegangen. Er sei zwar nicht „schlaflos in Grevenbroich“, müsse aber nun einmal gezielt an dieser Thematik arbeiten.

Und da passt ein Satz aus dem eingangs erwähnten „Schlämmer“-Video perfekt: „Wir in Grevenbreusch setzen uns nicht hin und jammern, sondern wir machen einfach weiter.“