Kritisch angemerkt Greiner vs. Mertens: Viel Lärm im Stuhlkreis

Eckum · Eigentlich soll es beim „Runden Tisch“ um Demokratie und Toleranz gehen, diesmal waberte – trotz eines großen Stuhlkreises mit dem Charme der 70er-Jahre („Lass uns mal zusammensetzen und über alles reden ...“) – Unmut und Zank durch den Raum.

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Foto: SMeu.

Zum Beispiel als die Arbeitsgruppe „Flagge zeigen“ ihren Entwurf für eine Gruppen-Symbolik vorstellte.

Im Mittelpunkt des Entwurfes: ein Wahlkreuz, umgeben von einem Menschenkreis. Demokratie und „Runder Tisch“ eben. Ein Teil der Darstellung in unterschiedlichen Violett-Stufen, der Rest in Regenbogenfarben.

Man habe sich, so Annette Greiner (die SPD-Frau sprach für die Arbeitsgruppe), gegen eine komplette Ausgestaltung in Regenbogenfarben entschieden, weil „Toleranz“ nur ein Aspekt sei und weil vor allem Demokratie im Blickfeld stehen sollte.

AfD-Vertreter Hrdy vermisste im Entwurf allerdings das Schwarz-Rot-Gold der Bundesflagge. Es entstand eine Diskussion, die Greiner als „vollkommen überflüssig“ einstufte. Und an deren Ende die AfD „vollkommen allein“ da gestanden hätte.

Unbeantwortet blieb allerdings auch die Frage, welchen Wiedererkennungswert die Flagge hat, wenn sie vor dem Rathaus mal mehr, mal weniger intensiv im Winde flattert.

Den nächsten Disput gab es dann rund um das geplante Gastspiel des Vereins „Mehr Demokratie“. Den hatte Greiner nach eigenen Worten „mit sehr viel Herzblut vorbereitet“, der sei dann aber von Martin Mertens „um 17.09 Uhr“ abgesagt worden.

Annette Greiner am Mittwoch gegenüber dem Erft-Kurier: „Was den Bürgermeister dazu motiviert hat, kann ich nicht sagen. Ich war an dem Montag bedient und habe das in der Runde auch offen formuliert“. Und das auch mit einiger Lautstärke.

Dabei hatte inzwischen das Rathaus die Zusammenhänge aufgeklärt: Der Bürgermeister hatte dem Demokratie-Verein mitgeteilt, dass er nicht die gesamten für die Aktion eingeplanten zwei Stunden vor Ort sein könne, woraufhin die Vereinsvertreter für eine Terminverschiebung plädierten. Die Aktion soll nun beim nächsten „Runden Tisch“ kommen: „In kleinen Gruppen teilen die Teilnehmer ihre Gedanken und hören anderen zu ohne Bewertung, ohne Unterbrechung. Die Leitfrage des Abends lautet: Wie geht es mir mit dem Zusammenleben in Rommerskirchen?“, heißt es putzig-fröhlich im Programm.

Fazit: Extremismus in der Politik lässt sich weder mit bunten Fahnen noch mit fluffigen Aussagen im Stuhlkreis begrenzen. Dafür braucht es nur eine Politik, die nah bei den Menschen ist.