Erst zwei Jahre zuvor hatte sich die Satzung beim Bürger-Schützen-Verein Grevenbroich geändert und sich damit auch der Damenwelt geöffnet. Der 8. März 2025 geht somit als die Geburtsstunde der „Schloßstadt Mädels“ in die lokalen Geschichtsbücher ein und gleichzeitig wurde der Name an jenem Abend fluchs auf einem Bierdeckel vermerkt. Schon kurze Zeit später schlossen sich weitere Damen dem Zug an und am 14. Mai war es dann so weit: Die offizielle Gründung fand im Schützenzimmer des „Alten Schlosses“ statt und das im September stattfindende Grevenbroicher Schützenfest bildete die Premiere des ersten Auftrittes der neu gründeten „Schloßstadt Mädels“. Bereits im Vorfeld wurde wild spekuliert, wie die „Mädels“ sich wohl der breiten Öffentlichkeit präsentieren würden. „Uns war wichtig, dass unsere Uniform sich an die der Jäger anlehnt und natürlich auch für alle sehr kleidsam ist“, sagt uns Andrea Kleinschmidt-Baum, die gemeinsam mit Anne Brunn, Stefanie Schlott und Martina Rütten-Haumann die „Schloßstadt Mädels“ ins Leben gerufen hat. Und in der Tat - die Grevenbroicherinnen bewiesen einen exzellenten Geschmack: Mit schwarzer Hose, einem beigen Sakko, weißer Bluse, schwarzem Hut und beigen Hutband, weißen Spitzenhandschuhen und als Eyecatcher einem Halstuch in Leoprint-Optik sind sie in der Tat ein echter Hingucker.
„Die Menschen haben beim Umzug geklatscht, als sie uns gesehen haben. Das war ein toller Moment“, erinnert sich Andrea Kleinschmidt-Baum. „Wir wurden von einer Welle der Begeisterung an diesem Tag durch Grevenbroich getragen“, erinnert sich Anne Brunn. Der Plan, sich respektvoll ins Schützenwesen einzureihen und dennoch einen Kontrast zu den männlichen Kollegen zu bilden, war geglückt. Im Mai dieses Jahres bewiesen die „Schloßstadt Mädels“ ein weiteres Mal wahre Treffsicherheit - nämlich beim Pokalschießen des BSV Grevenbroich. Sie machten hierbei mit den Sankt Georg Cavaliers unter dem Namen „Die Schützenschwestern“ gemeinsam eine gute Figur und schossen sich ins solide Mittelfeld. Auch jenseits des Schützengeschehens treffen sich die „Schloßstadt Mädels“ regelmäßig - beispielsweise zu Kochabenden oder Geburtstagstreffen. „Die ältesten Teilnehmerinnen sind bei uns über 60 Jahre jung und unser ‚Küken‘ ist gerade mal 40 Jahre“, schmunzeln die Damen. Auch für wohltätige Aktionen sind sie zu haben und pflanzten in jüngerer Vergangenheit zwei neue Bäume im Rahmen der Aktion „1000 Bäume für Grevenbroich“.
Ein Exemplar steht am Erasmus-Gymnasium und ein weiteres vor dem Standesamt. „Das Geld für die Bäume stammt aus unserem Pin-Verkauf aus 2025“, sagt „Schloßstadt Mädel“ Renate Glees. Dieses Jahr soll der Verkaufserlös der Pins ebenfalls für ein karitatives Projekt eingesetzt werden. „Für was wird aber noch nicht verraten“, so Andrea Kleinschmidt-Baum.
In heller Vorfreude blicken die „Schloßstadt Mädels“ nun auf das kommende Grevenbroicher Schützenfest. „Wir freuen uns schon riesig darauf und es ist toll zu beobachten, wie eine ganze Stadt sich dafür herausputzt“, so Renate Glees. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Gründung einen Trend gesetzt haben und zukünftig noch mehr Frauen einen Schützenzug gründen oder sich auf anderem Wege aktiv ins Grevenbroicher Schützenleben einfinden“, hoffen die Damen. Auch die „Schloßstadt Mädels“ freuen sich stets über weitere Mitstreiterinnen. Jane Buttler hat im Juni ihren Weg zu den „Schloßstadt Mädels“ gefunden und ist begeistert von der tollen Damen-Truppe. Interessierte Frauen können sich per Mail an [email protected] wenden.
Nicole Palmieri