1. Grevenbroich

Flüchtlingshilfe: Diese Sechs machen Nägel mit Köpfen

Flüchtlingshilfe: Diese Sechs machen Nägel mit Köpfen

Der Rhein-Kreis, die Agentur für Arbeit Mönchengladbach und andere Institutionen bündeln ihre Kräfte, um Flüchtlinge schneller in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln. Bei einem Spitzentreffen im Kreishaus Grevenbroich wurden auf Einladung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zahlreiche Vereinbarungen getroffen.

„Von der Integration in den Arbeitsmarkt haben alle Beteiligten Vorteil und Gewinn – die Kommunen, die Wirtschaft, die Gesellschaft und nicht zuletzt die betroffenen Flüchtlinge selbst“, so Petrauschke.

Angela Schoofs, Leiterin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, sprach begeistert von „einem Schulterschluss, der das Verfahren für ein gelingendes Ankommen beschleunigt“.

Petrauschke, Schoofs, Kreisdirektor Dirk Brügge, Arbeitsagentur-Geschäftsführer Wolfgang Draeger, Jobcenter-Geschäftsführerin Wendeline Gilles und Sigrid Wolf vom Deutschen Gewerkschafts-Bund einigten sich mit den Vertretern der kreisangehörigen Kommunen und anderer Institutionen auf die konkrete Vorgehensweise.

Die kreisangehörigen Städte und Gemeinden melden die Zahl der dauerhaft zugewiesenen Flüchtlinge zwischen 15 und 64 Jahren, und zwar zunächst aus Herkunftsländern mit hoher Bleibeperspektive. Dabei handelt es sich insbesondere um Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea.

Die Kommunen nennen der Arbeitsagentur jeweils einen konkreten Ansprechpartner und erfassen Daten und Kompetenzen der Flüchtlinge über das so genannte „Düsseldorfer Raster“. Erfasst werden darin unter anderem Name, Geburtsort, Nationalität, Aufenthaltsstatus und eine Bleiberechtsprognose sowie vor allem die beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Kommunen leiten die Daten direkt an die Agentur für Arbeit weiter.

Sofern erforderlich, unterstützt die Beschäftigungsförderungsgesellschaft des Rhein-Kreises die Erarbeitung des „Düsseldorfer Rasters“ und stellt Dolmetscher.

Es finden Gruppeninformationen statt, die die Agentur für Arbeit in Abstimmung mit den Kommunen ab dem 24. September im Zwei-Wochen-Rhythmus vor Ort ausrichtet. Eingeladen werden die Teilnehmer durch die Städte und Gemeinden mit Unterstützung des Rhein-Kreises. Nach den Gruppeninformationen finden individuelle Beratungen und Betreuungen statt.

Die Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaft nehmen an einer gemeinsamen Veranstaltung am 29. Oktober teil und präsentieren ihre Möglichkeiten, um Flüchtlinge in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln.

Zuvor werden Kammer, Handwerkerschaft und andere Unternehmerverbände gemeinsam mit der Arbeitsagentur konkrete Absprachen über solche Berufsfelder treffen, die einen hohen Fachkräftebedarf aufweisen. Gleichzeitig werden die Unternehmen gebeten, in diesen Berufsfeldern Praktika sowie Ausbildungs- und Arbeitsstellen zur Verfügung zu stellen.

Konkret zu einander finden Flüchtlinge und Betriebe über assistierte Arbeitsvermittlungen, die vom gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter durchgeführt werden. Ehrenamtliche Helfer, die im Bereich „Beschäftigung“ tätig sind beziehungsweise dazu gewonnen werden sollen, werden über die Beschäftigungsförderungsgesellschaft des Rhein-Kreises koordiniert.

Solange keine andere Regelung getroffen ist, wird der Rhein-Kreis Deutschkurse für den genannten Personenkreis anbieten. Hierzu werden Volkshochschulen und andere Träger angesprochen. Die Kosten dafür von rund 100.000 Euro in diesem Jahr trägt der Rhein-Kreis, wie es im Sozial-Ausschuss hieß. Hans-Ulrich Klose, sein Vorsitzender lobte „das rasche und konstruktive Handeln des Kreises“ ausdrücklich.

(Kurier-Verlag)