Gut anderthalb Jahre ist das erste Gespräch her, dass den Grundstein für das Lesefest gelegt hat. Den Anstoß gaben die beiden Kinderbuchautorinnen Alina Gries und Heidi Leenen. „Als wir im Januar 2025 gestartet sind, wussten wir nicht, wohin die Reise gehen würde. Es macht uns stolz, zu sehen, wie nun alles zusammengewachsen ist“, freut sich Heidi Leenen.
Ein großes Gemeinschaftsprojekt ist das Lesefest für Kinder vom Kita- bis zum Grundschulalter und Familien geworden. Als Dachorganisation steht Roundabout Kids mit Sitz in Neuss den Initiatorinnen zur Seite. Aktiv mitgestaltet wird das Festival von allen kreisangehörigen Kommunen und dem Rhein-Kreis Neuss. Schirmherrin ist Landrätin Katharina Reinhold. Mitinitiatorin Alina Gries dankt außerdem allen Förderern: „Wir haben über 25 Unterstützer gewinnen können. Aufgrund dieser ist das ganze Lesefest erst möglich gemacht worden und kostenfrei für die Besucher.“
Und jetzt läuft auch schon der Countdown: Vom 8. bis 10. Oktober feiert das Lesefest endlich große Premiere. Gefeiert wird es dabei nicht nur an einem Ort, denn in allen Städten und der Gemeinde werden Lesungen stattfinden. Zum einen stehen überall geschlossene Lesungen für Kooperationsschulen auf dem Plan. Zum anderen wird es öffentliche Lesungen geben, zu denen sich alle Interessierten anmelden können. Ob Petra Postert, Daniel Bleckmann oder Anja Kiel – zahlreiche bekannte Kinderbuchautoren werden sich im Rhein-Kreis Neuss die Klinke in die Hand geben. Dabei spielte allerdings auch ein bisschen Glück mit, schmunzelt Heidi Leenen: „Wir haben bei der Planung so viel beachtet, doch nicht, dass parallel die Frankfurter Buchmesse stattfindet. Manche der Autoren kommen extra von dort zu unserem Lesefest. Denn für sie sei es eine Ehre, bei dieser Premiere dabei sein zu dürfen.“
In Jüchen wird am 9. Oktober Autorin Anne Ammeling zu Gast sein und aus „Dämmernachtstraum: Das Erbe der Lichtgeister“ lesen. „In der schönen Kulisse von Haus Katz, die vielleicht auch die Fantasie etwas anregt“, erzählt Philipp Sieben, der nicht nur als Bürgermeister begeistert vom Konzept des Lesefests ist, sondern insbesondere als zweifacher Vater.
Den krönenden Abschluss bildet das große Familienfest in Meerbusch. Neben weiteren Lesungen gibt es dort für die Kids auch die Gelegenheit, an verschiedenen Workshops (mit Anmeldung) teilzunehmen. Themen sind unter anderem das Programmieren und das Illustrieren von Comics. „Außerdem ist eine große Ausstellung geplant“, verrät Alina Gries. Örtliche Verlage, Stiftungen und Autoren werden sich präsentieren und sicher könne das eine oder andere signierte Buch mit nach Hause genommen werden. Besondere Andenken wird es obendrein vom „Büroklammerbieger“ geben, der Lesezeichen aus Draht nach Wunsch macht. Für das leibliche Wohl wird selbstverständlich auch bestens gesorgt.
Die Premiere ist zwar noch nicht über die Bühne gegangen, doch alle Beteiligten hoffen schon jetzt, dass noch viele weitere Lesefeste folgen werden. In für die Kultur schwierigen Zeiten sei es wichtig, Synergien zu schaffen – und das sei hier mehr als gelungen. Eine gute Grundlage also, um das interkommunale Projekt weiterzuführen, betont Heidi Leenen: „Das Schönste, was wir uns vorstellen können, wäre, wenn das Lesefest dauerhaft etabliert wird. Egal, ob jedes Jahr oder alle zwei Jahre, die Vorarbeit ist geleistet und die Logistik für die Zukunft damit eine ganz andere.“ Die Planung werde auf jeden Fall entspannter, lachen die Organisatoren.