Bewusstsein schaffen für die Brustkrebs-Vorsorge Rennen, kriechen, klettern und mehr für den Spaß – und den guten Zweck

Wallrath/Köln · Bei sommerlichen Temperaturen (freiwillig) einen Hindernislauf mit Wasser- und Matsch-Hindernissen zu absolvieren, klingt zunächst einmal nach purem Spaß. Doch ein aktueller Trend ist es, solche Parcours als vergnügliche Großveranstaltungen zu organisieren und sie mit einem guten Zweck zu kombinieren.

Nach dem Lauf etwas erschöpft, aber glücklich: Merle, Elisa, Sabine und Birgit.

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Der „Muddy Angel Run“ hat es sich zum Beispiel zur Aufgabe gemacht, auf das Brustkrebsrisiko bei Frauen aufmerksam zu machen. Für Unterstützerinnen wie Merle Hanke, die mit ihrer Familie aus Wallrath angereist war, sind solche Veranstaltungen auch eine gute Gelegenheit, um für weibliches Selbstbewusstsein – für „female Empowerment“ – zu werben. Ein Teil des Startgeldes wird außerdem zugunsten der Brustkrebsforschung gespendet.

Trotz ernstem Hintergrund sind Veranstaltungen wie „XLETIX Challenge“, „Tough Mudder“, „Spartan Race“, „Muddy Älbler“ und eben der „Schauinsland Muddy Angel Run“ im wahrsten Sinne des Wortes „der Renner“. Nach Angaben des Veranstalters bringt der „Muddy Angel Run“ über 100.000 Teilnehmerinnen pro Jahr dazu, sich durch Schlammhindernisse und über Fünf-Kilometer-Laufstrecken zu quälen.

Merle Hanke hat im eigenen Umfeld, im Familien- und Bekannten-Kreis, aktuell mehrere Fälle von Brustkrebserkrankungen zu verzeichnen und ist sich deshalb schmerzlich klar darüber, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit für dieses Thema ist. Trotzdem gelang es ihr und allen anderen Teilnehmerinnen, während des absolvierten Wettkampfes Spaß zu haben.

Beim „Muddy Angels Run“ steht zwar der Spaß im Vordergrund, doch die Hindernisse auf der fünf Kilometer langen Strecke verlangen den Teilnehmerinnen einiges so ab.

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Eine besondere Herausforderung waren die 18 Hindernisse. Dabei ging es unter anderem ums Klettern, Rutschen, Hangeln und Krabbeln. Fünf Hindernisse sind im August 2026 neu hinzugekommen. Die Aufgaben waren so gestaltet, dass unterschiedliche Fähigkeiten gefragt waren und die Teilnehmerinnen sich gegenseitig unterstützen konnten. Wer ein Hindernis nicht bewältigen mochte, durfte es auslassen.

In bester Wortspiel-Tradition traten Teams mit klangvollen Namen wie „Moody Angels“, „Drecks-Diven“, „Matsch happens“, „die Reha-Raketen“ und „Schlammingos“ am Fühlinger See gegeneinander an. Zu gewinnen gab es nichts und auch die einzelnen Laufzeiten wurden nicht festgehalten. Das olympische Motto „Dabeisein ist alles“ steht hier immer im Mittelpunkt. In Merles Team „Schlamm-pokalypse“ standen ihr diesmal zur Seite: Mutter Birgit, Elisa (die Freundin ihres Bruders) und Tante Sabine.

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Als Unterstützer waren dabei: Vater Tim, Merles Freund Sinan, Bruder Len und Onkel Thomas. Die Männer wurden dabei allerdings als Zuschauer neben die Laufstrecke verbannt, da die Frauen während des Laufes unter sich blieben. Mittlerweile gibt es übrigens auch ähnliche, gemischt-geschlechtliche Wettbewerbe.

Seit 2021 ist Merle Hanke drei Mal selbst zum „Muddy Angel“ geworden und hat in dieser Zeit miterlebt, wie sich der Lauf zu einem Mega-Event mit zahlreichen flankierenden Info-Ständen und einem reichhaltigen Unterhaltungs- und Gastroangebot entwickelt hat. Auch die Zahl ihrer eigenen Team-Mitglieder und ihrer Unterstützer ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Der „Schauinsland Muddy Angel Run“ ist mittlerweile die größte europäische Hindernislaufserie für Frauen – offen für alle Fitnesslevel und Erfahrungsstufen.

Für Team „Schlamm-pokalypse“ und seine Supporter steht jedenfalls fest, dass sie im kommenden Jahr wieder dabei sein werden. Merle, Elisa, Birgit, Sabine, Tim, Sinan, Len und Thomas ermuntern die Top-Kurier-Leser dazu, sich ebenfalls mit dem Thema Krebsvorsorge auseinanderzusetzen und empfehlen auch vergleichbare Mix-Veranstaltungen. Wer keine Scheu davor hat, sich für den guten Zweck auch einmal dreckig zu machen, kann spätestens im kommenden Jahr dabei sein!

Nur einen kleinen Kritikpunkt gibt es von Merle Hanke: „Nach dem Umzug vom ursprünglichen Gelände in der Kölner Innenstadt an den Fühlinger See gab es auf der neuen Strecke eindeutig zu wenige Hindernisse mit richtigem Schlamm. Es kann ruhig wieder etwas schmutziger werden!“