Am Ende standen 56 Kilometer und sechs Stunden, 25 Minuten und 18 Sekunden auf der Uhr. Plus ein paar Pausen, vor allem für die Selfies vor jedem Ortsschild.
Dabei ist der Gustorfer, der als Notfallmanager im Bankenbereich arbeitet, derzeit gar nicht austrainiert. Denn in diesen Wochen geht gerade das eingeschränkte Wintertraining zu Ende. „Vor vielen Jahren habe ich das Laufen für mich entdeckt“, erzählt er. So wurde er immer wieder Gast beim Lauftreff der „Rhein-Erft-Renner“, die sich regelmäßig an der Wassermühle treffen, um gemeinsam Fersengeld zu geben.
Dabei wurden die Strecken für Sebastian Holz immer länger. Und anspruchsvoller. Im vergangenen Dezember lief er 17 Mal in Folge vom „Kleinfelder Hof“ die Vollrather Höhe rauf und wieder runter. In zehn Stunden kamen 75 Kilometer zusammen. „Wenn der Marathon nicht genug ist ...“, lacht er. Und nennt als eine Voraussetzung, „ein wenig bekloppt“ zu sein.
Die Idee zu seinem Rundkurs durch die Schloss-Stadt Grevenbroich kam Holz während des Laufens. Und dann begann er, den genauen Weg festzulegen. Dass es 33 Ortsteile seien, sei ihm gar nicht klar gewesen. Als er aber via „facebook“ begonnen habe, nach den Ortsschildern zu forschen, sei ihm die Anzahl schnell klar geworden. „Ich habe Ecken gesehen, die wunderschön sind“, betont er, „hier gibt es nicht nur Tagebau und Kraftwerke, sondern auch viel Land“. Der Rundkurs sei ihm dabei ganz gut gelungen. Nur selten habe er mal 200 Meter oder so vom Ortsschild wieder zurück zum Kurs laufen müssen.
„Das Wetter hat auch alles gegeben, mir den Tag so gut wie möglich zu versüßen, und so konnte ich, wenn man die Pausen rausrechnet, im Schnitt eine bärenstarke 6:20er Pace durchziehen“, resümiert Holz. Und er bedankt sich. „Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben, dieses Projekt zu bestehen, egal ob als Begleitung, Zuschauer, mentale Unterstützung oder auch in der Vorbereitung! Ohne euch wäre es nicht mal halb so gut gelaufen.“
Nach den 56 Kilometern ging es daheim in Gustorf erst mal in die warme Badewanne (so wie immer) und am nächsten Tag folgte „aktive Regeneration mit Ballou“, dem Hund der fünfköpfigen Familie.
Das nächste „Grevenbroich-Projekt“ hat Sebastian Holz übrigens schon im Kopf. „Das ist eine Idee für den Spätsommer“, verrät er, „wieder etwas, was noch keiner gemacht hat“. Mehr will er aber noch nicht erzählen ...
Übrigens: Wenn man erfährt, welchen Distanzen und Herausforderungen sich Sebastian Holz den Sommer über stellt, dann wirken die 56 Kilometer nur wie ein kleiner Aufgalopp. Lesen Sie demnächst an dieser Stelle.