Im März, wenn die Temperaturen steigen und die Sonne immer öfter scheint, beginnen sie mit den ersten Arbeiten. Die Kübelpflanzen werden aus dem Winterquartier geholt, umgetopft und ins Treibhaus gebracht, wo sie in Ruhe frische Triebe bekommen. Im Treibhaus werden auch Salat und Gemüsepflanzen vorgezogen. „Als wir jünger waren, haben wir im Gewächshaus auch unsere Tomatenpflanzen selbst gezogen, aber jetzt kaufen wir die Pflanzen im Baumarkt“, erzählt Elisabeth Pfankuchen.
Im Treibhaus stehe auch das ganze Jahr über ein mit Erdbeeren bepflanzter Blumenkasten. „So brauchen wir uns nicht zu bücken und können schon im April die ersten leckeren Erdbeeren ernten.“ Natürlich wachsen in ihrem Garten auch im Freiland Erdbeeren. „Wenn die austreiben, ziehen wir das alte vertrocknete Vorjahreslaub heraus und schütten frischen Rindenmulch auf die Wege zwischen den Beeten“, erklärt Siegfried Pfankuchen.
Das Ehepaar hat im Winter einen detaillierten Anbauplan erstellt. Den Standort von Gemüse und Kartoffeln müsse man immer wieder wechseln. Jetzt im März stehe als erstes die Vorbereitung des Bodens an. „Ich grabe den Nutzgarten schon im Herbst um“, erzählt Siegfried Pfankuchen, „so kann im Winter der Frost die groben Schollen zerkleinern und der Luftanteil im Boden wird erhöht.“ Nun müsse er vor der Aussaat den Boden mit einer Harke auflockern.
Den Anfang machen die dicken Bohnen: „Die können die Frühjahrskälte gut vertragen und so werden sie schon Anfang März gelegt.“ Die Frühkartoffeln sind im Gewächshaus bereits drei Wochen vorgekeimt und können ab dem 20. März gepflanzt werden. Ebenso sind nun Spinat, Möhren und Schwarzwurzeln bereit zur Aussaat. Elisabeth Pfankuchen hat dazu einen guten Rat: „Zu beachten ist hier der richtige Reihenabstand, bei Kartoffeln beträgt der Abstand 40 Zentimeter und bei Möhren 30 Zentimeter. Auch ist es ratsam die Beete erstmal mit einem Vogelschutznetz abzudecken, sonst fressen die Tauben alles weg.“
Elisabeth Pfankuchen erfreut sich sehr an den zahlreichen Beerensträuchern in ihrem großen Garten. Auch zu deren Pflege hat sie eine feste Meinung. „Die sollte man nicht im Herbst, sondern erst Ende Februar zurückschneiden. So können Vögel und Insekten im Winter einen Rückzugsort und Futter in den Sträuchern finden.“ Ihre Rosen schneidet sie, sobald die Forsythien die gelben Blüten öffnen.
Für den Rasen ist der Herr des Hauses zuständig: „Der erste Rasenschnitt erfolgt ab März. Danach wird gedüngt und wenn es trocken ist, kann der Rasen vertikutiert werden.“
Nach den Eisheiligen, spätestens ab 15. Mai also, können frostempfindliche Pflanzen, wie Bohnen, Gurken und Tomaten ins Freiland gepflanzt werden.
Siegfried und Elisabeth Pfankuchen wohnen seit 1982 im eigenen Haus. Seitdem haben sie den Garten zu einem kleinen Paradies mit Nutzgarten und Blumengarten gestaltet. Die Eheleute stammen beide aus Bauernfamilien. Siegfried Pfankuchen absolvierte eine Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister. Als sich seine Pläne für einen eigenen Bauernhof zerschlugen, schulte er zum Bilanzbuchhalter für Landwirte um. Seine Ehefrau Elisabeth arbeitete mit ihm im gleichen Büro.
Beide einte von Anfang an die Liebe zur Gartenarbeit. „Bereits im Februar gehen wir täglich durch den Garten und sehen den Frühlingsblumen beim Wachsen zu. Sobald die ersten Sonnenstrahlen unsere geschützte Terrasse erwärmen, genießen wir den Kaffee im Freien.“ Urlaub machen sie nur bis Mai und ab September. „Wir haben Gottseidank einen sehr lieben Nachbarn, der sich in unserer Abwesenheit um unsere Pflanzen kümmert, sonst würde es schwierig, in Urlaub zu fahren.“
Bei so viel Sachkenntnis wundert es nicht, dass Elisabeth Pfankuchen seit elf Jahren die Vorsitzende vom „Gartenbauverein Gustorf-Gindorf 1929“ ist. Der Verein gehört dem Kreisverband der Gartenbauvereine im Rhein-Kreis an. Siegfried Pfankuchen unterstützt seine Frau bei der Vereinsarbeit mittlerweile als Kassierer. Beide haben sich sehr darüber gefreut, dass sie im vorigen Jahr die Kreissieger in der Kategorie „Balkon und Terrasse“ waren.
Sie sind sich einig: „Gartenarbeit macht glücklich. Wer regelmäßig im Garten arbeitet, braucht kein Fitnessstudio. In unserem Alter sollte man sich die Arbeit auch gut einteilen. Es muss nicht alles an einem Tag erledigt werden. Wir legen jetzt mehr Wert darauf, unseren Garten vom Balkon oder der Terrasse aus zu genießen.“