Das „Dialog-Bündnis“ (DB) jedenfalls fährt in dieser Woche schweres Geschütz auf: „Anders als von der CDU dargestellt, geht es nicht um eine Umwandlung des gesamten Hammerwerk-Areals. Vielmehr soll lediglich der nördliche Bereich für eine gemischte Quartiersentwicklung geöffnet werden. Die gewerblich geprägten Flächen im Süden bleiben erhalten“, schreiben SPD, FDP, „Grüne“ und „Mein Grevenbroich“ in ihrer Stellungnahme gegenüber der Redaktion des Erft-Kurier.
Zur Erinnerung: Beschlossen hat die Stadt einen Bebauungsplan für das knapp 14 Hektar große Grundstück am Kopf des „Hammerwerks“ vis-à-vis der „Waben-Hochhäuser“. Es gehört der Versorgungskasse der evangelischen Kirche. Die will dem Vernehmen nach nicht selber bauen, sondern das Grundstück versilbern.
Der Bebauungsplan sieht fünf Wohnblöcke vor. Die Fläche sei dabei „komplett ausgereizt“, argumentiert die CDU. Es bliebe quasi kein Platz für Grün, Spielplätze oder Aufenthaltsräume, heißt es in der Bewertung der Opposition.
Allerdings – und das verschweigen die DB’ler – gibt es Widerstand. Damit der Bebauungsplan Wirklichkeit werden kann, muss der Regionalplan geändert werden: Aus dem „Allgemeinen Siedlungsbereich mit der Zweckbindung für Gewerbe“ muss ein „Allgemeiner Siedlungsbereich“ werden. Diese Änderung kann im Regionalplan allerdings nicht nur für die 14 Hektar im Kopfbereich vorgenommen werden. „Nur ein Teilbereich ist im Regionalplan nicht abbildbar“, macht denn auch Kreisdirektor Dirk Brügge (er hat Sitz und Stimme im Regionalrat) deutlich. Ergo würde die Änderung das gesamte „Hammerwerk“ (von „Dross“ bis „Aldi“) betreffen.
Und von der IHK gibt es auch schon eine negative Stellungnahme. Der Schlusssatz dort lautet absolut unmissverständlich: „Die IHK spricht sich gegen eine Wohnbebauung an dieser Stelle aus.“
Trotzdem wirbt DB für seinen Plan: „Ziel der Regionalplanänderung ist ausdrücklich nicht die Verdrängung bestehender Unternehmen, sondern die Entwicklung eines modernen Quartiers mit unterschiedlichen Wohnformen, einer Kindertagesstätte, betreutem Wohnen, sozialen und gesundheitlichen Angeboten sowie wohnverträglichem Gewerbe.“
Peter Cremerius (FDP) fügt an: „Ein lebendiges Quartier stärkt nicht nur den Wohnstandort, sondern auch die wirtschaftliche Basis des Hammerwerks. Ein lebendiges Quartier kann neue Kunden an den Standort bringen und zusätzliche Perspektiven für vorhandene Angebote schaffen. Stadtentwicklung bedeutet nicht, Bestehendes zu verdrängen, sondern neue Chancen zu schaffen. Genau diese Chance bietet die vorliegende Planung.“
Die CDU sieht in dem Konzept allerdings noch ganz andere Gefahren. Fraktions-Chef Wolfgang Kaiser verweist darauf, dass die „Eingangskreuzung“ zum „Hammerwerk“ schon heute verkehrstechnisch überfordert sei. Wenn an dieser Stelle dann noch einmal so viele Fahrzeuge ein- und ausfahren würden, wie derzeit von und zu den „Waben-Hochhäusern“, dann sei der Verkehrsinfarkt vorprogrammiert. „Auch hier hat die Stadt bisher keine Lösung“, mahnt der streitbare Politiker.
Die Entscheidung liegt jetzt erst einmal beim Regionalrat.