1. Grevenbroich

„Den BSV erschüttern — das schafft auch Corona so schnell nicht.“

Das Präsidenten-Interview : „Den BSV erschüttern — das schafft auch Corona so schnell nicht.“

Präsident Detlef Bley schmunzelt, als er diese Geschichte erzählt: Der Vorgänger-Vorstand habe Geld sparen wollen und deshalb die Ärmelbänder für die scheidenden Könige auf einige Jahre im voraus bestellt. Doch dann kamen Corona und der König mit der bis dato längsten Amtszeit überhaupt...

Folge ist nun, dass einige Ärmelbänder in der Schublade liegen bleiben. Zugegebenermaßen eher eine Randnotiz, aber doch ein Zeichen dafür, wie sehr sich Corona bis in den letzten Winkel ausgewirkt hat.

Dabei sei der Bürger-Schützen-Verein aus der Grevenbroicher Innenstadt bisher recht gut durch die Pandemie gekommen. Zum einen habe Corona keine größeren Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen gehabt. Die rund 1.000 Mann stünden weiterhin treu zum Regiment.

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Ein Problem seien allerdings die Edelknaben. Hier erwartet der Präsident nach Corona eine längere „Anlaufkurve“.

Wörtlich kommentiert Bley: „Mit den Edelknaben muss man schon was machen, um die bei Laune zu halten. Bei den großen Jungs ist das einfacher. Die stellen nach Corona fest, dass sie eine trockene Kehle haben und sind wieder da.“ Und Bley plaudert aus dem Nähkästchen: In den dunkelsten Lockdown-Zeiten habe es durchaus mal „virtuelle Zugversammlungen“ gegeben, bei denen dann „der Kasten Bier neben dem Schreibtisch stand.“

Bei den Edelknaben sei das anders, da brauche es Treffen, gemeinsame Aktionen und Wochenendfahrten. Also all das, was während der Pandemie nicht möglich gewesen sei. Jetzt werde ein vorsichtiger Neustart versucht. Und voller Zuversicht postuliert Präsident Detlef Bley: „Den BSV Grevenbroich erschüttern, das schafft auch Corona so schnell nicht.“

Insbesondere, weil sich – wie in den meisten anderen Schützenvereinen auch – die finanzielle Lage recht entspannt zeigt. Zwar seien Einnahmen in fünfstelliger Höhe weggebrochen (Werbung, Umlage der Schausteller und so weiter). Dafür seien aber auch mit den Schützenumzügen die Musikkosten weggefallen. Und da die Mitgliedsbeiträge weiterhin geflossen sind, verfügt der BSV Grevenbroich nun über ein bequemes Finanzpolster, dessen Verwendung übrigens Thema der gestrigen Mitgliederversammlung war.

„Was mit diesem Geld gemacht wird, entscheiden bei uns allein die Mitglieder“, machte Detley Bley im Vorfeld der Versammlung mehr als deutlich. Das Ergebnis vom gestrigen Abend lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor, doch der Präsident wollte seine Schützen davon überzeugen, die Mittel nicht zuletzt ins „Anschieben des Fackelbaus“ zu investieren.

Hier geht es ja bekanntermaßen um die Bauplätze, die irgendwie immer Mangelware sind. Und: „Anschieben braucht Kapital“, lautet die klare Formel des Präsidenten.

Eine weitere tragende Säule dafür, dass der BSV bisher gut durch die Pandemie gekommen ist, ist in den Augen Bleys das „Durchhaltevermögen der Protagonisten“. Hier nennt er an erster Stelle die „Kandidaten für die Königskette“. Ihre Jubiläumsgründe seien gegangen, trotzdem hätten sie an ihrem Beschluss festgehalten (Heute wird auf den Königsvogel geschossen).

Und Präsident Detlef Bley nennt das amtierende Königspaar mit seinem Königszug: „Sie sind seit 2019 im Amt und hoffen jetzt aufs Jahr 2022. Da ist es nicht einfach, die Spannung im Zug aufrecht zu erhalten.“

Mit ihnen und vielen anderen Schützen sowie Gästen will der Präsident heute Gemeinschaft feiern. Ab 16 Uhr wird der Königsvogelschuss auf dem Schützenplatz stattfinden, genauso wie das Pfänderschießen und die Jubilarehrung der Jubiläumszüge. Für den Königsvogelschuss sind bereits drei Aspiranten gemeldet, welche unter Begleitung von Blasmusik den nächsten Kronprinzen ausschießen werden. Den Abschluss des Wochenendes macht morgen um 10 Uhr die Kranzniederlegung und der „große Zapfenstreich“ am „Platz der deutschen Einheit“. Im Anschluss daran werde ab 11.30 Uhr auf dem Gelände am Schützenplatz ein Feldgottesdienst durchgeführt werden, sowie die Jubilarehrung der Einzelschützen stattfinden.

(Gerhard Müller)