1. Grevenbroich

Grevenbroich: Jona Hospizbewegung gibt der Trauer ab jetzt einen Raum

Neuer Trauertreff : Jona Hospizbewegung gibt der Trauer ab jetzt einen Raum

Seit fast 20 Jahren setzt sich die Jona Hospizbewegung in der Region Grevenbroich bei der Sterbe- und der Trauerbegleitung ein. Mit dem neuen offenen Trauertreff, der ab September jeden ersten Montag im Monat von 17 bis 19 Uhr kostenfrei stattfindet, gibt es nun einen neuen Raum, sich mit seiner Trauer auseinanderzusetzen und mit Gleichgesinnten auszutauschen.

„Die Idee ist aus den Nachfragen entstanden“, erklärt Koordinatorin Marion Berthold. Ein Trauer-Frühstück und ein Trauer Café habe es lange gegeben, endeten jedoch vor einiger Zeit. „Dann haben wir festgestellt, dass es einen Bedarf in der Bevölkerung im Stadtgebiet Grevenbroich, Rommerskirchen und Jüchen gibt“, so Berthold weiter, „wo sich Betroffene in vergleichbaren Lebenssituationen austauschen können“. Daher haben sich drei Ehrenamtler der Hospizbewegung, Angelika Heilmann, Marianne Terhardt und Peter Herzhoff, der Sache angenommen und den neuen offenen Trauertreff auf den Weg gebracht. Alle drei haben eine Fortbildung zur Sterbe- und Trauerbegleitung gemacht und sind seit Jahren mit Leib und Seele dabei.

„Wenn jemand einen geliebten Menschen verloren hat, dann gerät das Leben erst einmal komplett durcheinander. Das heißt, Menschen, die trauern, brauchen Menschen, die zuhören. Und in unserer Gesellschaft wird ganz schnell verlangt, dass man wieder funktioniert. So entsteht schnell große Einsamkeit. Da ist es gut, sich mit Menschen zu treffen, die ähnliches erfahren haben und die die Gefühle verstehen“, erklärt Angelika Heilmann die Motivation hinter dem neuen Angebot.

Es wird ein geschützter Raum geboten, in dem jeder so sein darf, wie er sich gerade fühlt. Man darf weinen oder lachen, schweigen oder reden – hier gibt es kein „Falsch“ oder „Richtig“. Die drei Ehrenamtler geben den Veranstaltungen Struktur, so wird es zum Beispiel zur Begrüßung und zum Abschied kleine Rituale geben, doch ansonsten wird einfach Raum für den Austausch untereinander gegeben. Einen therapeutischen Hintergrund haben die Gespräche dabei nicht. Aber das, was im Trauertreff gesprochen, geht natürlich nicht aus dem Raum heraus. „Wir freuen uns über jeden Einzelnen“, so Terhardt und betont, dass jeder selbst entscheiden kann, wann und wie oft der Trauertreff besucht wird.

Der erste offene Trauertreff findet am 6. September in den Räumen der Jona Hospizbewegung, Ostwall1 in Grevenbroich, statt. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage wird nach Möglichkeit um vorherige Anmeldung unter 02181/70 64 58 bei Koordinatorin Marion Berthold gebeten. Außerdem müssen Teilnehmer geimpft, getestet oder genesen sein.