1. Grevenbroich

Erft-Kurier: Ein adventlicher Gruß in schwierigen Zeiten

Erster Advent : Ein adventlicher Gruß in schwierigen Zeiten

Adventszeit bedeutet - Erlösung ist unterwegs; Gott kommt uns entgegen und Gott ist nah.

Es gibt unterschiedliche Bräuche, bei denen wir das Dunkle hell machen und an Weihnachten ist es richtig hell. In diesen Zeiten sitzen wir vielleicht öfter da und fragen uns: Dekoriert habe ich alles, es sieht schön aus, aber in mir drin ist es düster – alle diese gewalttätigen Auseinandersetzungen, alle diese Konflikte in unserer Gesellschaft, die mit viel Härte und wenig Zuhören ausgetragen werden, dazu kommt dann noch die Frage, wie wird die Welt aussehen, die wir unseren Kindern hinterlassen – wie soll es da hell in mir werden?

Dass wir in der Adventszeit auf Rettung warten, schmeckt dann vielleicht eher bitter und nicht so lecker wie Spekulatius, da wir keine Perspektive sehen, wie diese verrückte Welt gerettet werden kann.

In der Adventszeit warten wir darauf, dass Gott ankommt – aber schon beim ersten Mal konnten viele Gottes Ankunft übersehen – denn es geht klein los – als Kind armer Leute in einem Stall. Und vielleicht ist das schon mal eine Hilfe – es geht klein los – mit einer Kerze und nicht mit dem Weihnachtsbaum – Trost und die Idee, dass es Liebe, Freude und Hoffnung gibt, beginnt vielleicht nicht mit einer UN-Friedenskonferenz, sondern beginnt bei mir und dir und wie wir uns ansehen – oder DASS wir uns ansehen. Der ganze Mist mit der Gewalt ging ja so los: „und Kain senkte seinen Blick“ – Wo ich nicht mehr hinschaue, wo ich andere nicht mehr ansehe, da haben es Gewalt und Unmenschlichkeit leicht.

Lassen wir also unsere Angesichter füreinander leuchten – machen wir uns es etwas heller, sehen wir uns an, schenken wir uns Ansehen.

(Christoph Borries (Evangelische Kirche))