Bis zum Abschluss im September muss deshalb gezittert werden „Öffentliche Hand kann diesen Umbau alleine nicht stemmen“

Frimmersdorf · „Es sieht alles gut aus. Aber an ,Schmitz Backes‘ sind wir erst vorbei, wenn es einen echten Investor gibt.“ Kreisdirektor Dirk Brügge („Mr. Strukturwandel“) spricht offene Worte über den Umbau der Frimmersdorfer Kraftwerke zu einem Standort der modernen Digital-Technik. Und zur „Microsoft“-Ansiedlung am „Gasthausbusch“ vor Wevelinghoven.

Das ehemalige Kraftwerk Frimmersdorf soll zu einem Digital- und Innovationsstandort werden.

Foto: RKN.

Dirk Brügge sieht eine „ganze Menge Entwicklungspotenzial für unseren Raum“. Das sei „nicht ohne Risiken. Aber welche Zukunftsgestaltung ist schon risikofrei.“ Ob die aktuellen Konzepte für die neue Nutzung der Frimmersdorfer Kraftwerkshallen realisiert werden können, „wissen wir erst im September“ dieses Jahres. Dann soll das „Verhandlungsverfahren“, in dessen Rahmen man einen Investor finden will, planmäßig zu Ende gehen. Erfolgreich enden.

Dabei bezeichnet Dirk Brügge die Zusammenarbeit mit der Stadt Grevenbroich als „wunderbar“. Er, die Landrätin und der Bürgermeister würden sich „absolut auf der Vertrauensebene“ begegnen.

Mit Blick auf das Jahr 2030 (dann soll unter anderem „IT-NRW“ in die neu gestalteten Hallen einziehen) läuft das besagte Verfahren weitgehend in der Spur: Im November war Abgabeschluss für interessierte Investoren, die nun alle Unterlagen (mit der ausführlichen Leistungsbeschreibung) bekommen haben. Jetzt haben die potenziellen Investoren Zeit, ihre Bewerbungen zu schreiben. „Der Weg ist frei“, betont Brügge.

Kreisdirektor Dirk Brügge.

Foto: RKN

An vier Interessenten wurden die Detailunterlagen ausgehändigt; jetzt muss abgewartet werden, wer am Ende mit einer konkreten Bewerbung im Rennen bleibt. „Die öffentliche Hand kann diesen Umbau alleine nicht stemmen“, macht der Kreisdirektor deutlich. Dafür würden Stadt und Kreis einfach die Zeit, das Personal und die Mittel fehlen. „Wenn wir keinen Investor finden, ist das Projekt am Ende“, mahnt er deshalb nachdrücklich.

Der „Plan B“ würde dann stark aufs RWE setzen, das natürlich an einer neuen Nutzung des Geländes interessiert sein muss: Die „Denkmaleigenschaften“ müssten wohl zurückgenommen werden und der Grundstücksverkauf würde dann auch nicht vollzogen.

Klar, dass Brügge auf „Plan A“ (und damit auf die drei Investoren) hofft. Die Entkernung des Frimmersdorfer Kraftwerks („Sie haben keine Vorstellung, was da alles an Rohren und Leitungen rausgeholt werden muss.“) ist übrigens angelaufen.

„Nach meinem Kenntnisstand ist alles durch“, kommentiert Brügge in Sachen „Hyper-Scaler“ am „Gasthausbusch“. Das Problem mit der dortigen Erdgasleitung sei geklärt. „Die wird umgelegt“, betont der Kreisdirektor und verweist auf erfolgreiche Gespräche mit Stadt und Land. Auch was die Stromtrassen angehe, wisse er von keinen Schwierigkeiten. Und er fügt an: Wenn der Kreis ein ähnliches Projekt habe, würde er beim Unternehmen „stetig nachfragen“.