1. Grevenbroich

FDP fordert Fortbestand der Dietrich-Uhlhorn-Realschule

FDP fordert Fortbestand Realschule/Jetzt mit Stellungnahme der SPD : Welcher Elternwille wiegt mehr?

Droht jetzt ein Schulstreit? Die FDP jedenfalls will sich jedenfalls die Errichtung einer dritten Gesamtschule stemmen und die Diedrich-Uhlhorn-Realschule retten. Ihr Argument: Die aktuellen Anmeldezahlen. Demnach haben sich 61 Kinder für die Realschule entschieden, aber nur 39 konnten ihren Wunsch Gesamtschule nicht realisieren. Wie viel wiegt der viel zitierte „Elternwille“?

„In einem Hauruckverfahren hat der Rat in seiner Sitzung am 22. April den zweiten Anlauf zur Errichtung einer dritten Gesamtschule bei Enthaltung der Stimmen der Fraktionen der Freien Demokraten und der UWG auf den Weg gebracht. Der von den Freien Demokraten mit Blick auf die erfreulichen Anmeldezahlen an der Dietrich-Uhlhorn-Realschule angemeldete Beratungsbedarf wurde von den Fraktionen der SPD, CDU, den ,Grünen’ und ,Mein Grevenbroich’ ignoriert“, meldet sich jetzt FDP-Chef Markus Schumacher zu Wort.

Eine sachliche und seriöse Auseinandersetzung im entsprechenden Fachausschuss unter Beteiligung der Fachexpertise der Schulleitung(en) habe nicht stattgefunden. Stattdessen wurde die existierende Realschule von einer SPD-Ratsfrau in der kurzen Debatte in der Ratssitzung als „Resteschule“ abqualifiziert.

 Markus Schumacher führt die FDP-Ratsfraktion an.
Markus Schumacher führt die FDP-Ratsfraktion an. Foto: FDP
  • Michael Collel, Anita Piel und Manfred Schauff ist die Absage der „Tage der offenen Tür“ nicht leicht gefallen. <![CDATA[]]>
    Virtuell in die neue Schule: : Wie zeigt man Atmosphäre?
  • Schulabschluss-Feier in Corona-Zeizen: Weit verteilt stehen die erfolgreichen, nunmehrigen Ex-Schüler und lassen ihre Luftballone steigen. Auch als Zeichen dafür, dass der Mensch (immer noch) nicht alles lenken kann....
    Digitales Klassenbuch und Lernbüros: : Zum Glück schon lange sehr modern
  • Schüler der Diedrich-Uhlhorn-Realschule auf dem Jüdischen
    Namensverlesung auf dem Jüdischen Friedhof : Schüler gedenken Opfern des Nationalsozialismus

Markus Schumacher stellt dagegen fest: „Die Dietrich-Uhlhorn-Realschule leistet qualitativ gute Arbeit und die Anmeldezahlen bestätigen trotz schlechter verkehrlicher Anbindung die Existenzberechtigung dieser Schulform. Stattdessen sehen wir als FDP bei Implementierung einer dritten Gesamtschule die Gefahr, dass eine der drei Gesamtschulen als eine ,Resteschule’ wahrgenommen wird, da es ein Überangebot an dieser Schulform in unserer Stadt geben wird.“

Die Freien Demokraten setzen sich „für weltbeste Bildung für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler" ein. Dazu sei das spezielle Angebot der Realschule unerlässlich. „Die Anmeldezahlen des Jahres 2021 zeigen, dass die Dietrich-Uhlhorn-Realschule von 61 Kindern und deren Sorgeberechtigten die Schule ihrer Wahl ist. Bis auf das vergangene Jahr (47) waren die Anmeldezahlen konstant bei mehr als 60 Kindern und die Schule wurde dreizügig geführt“, unterfüttert der FDP-Fraktions-Chef seine Ausführungen mit Zahlen.

Weiter führt er an, dass 39 Kinder an den zwei Gesamtschulen abgelehnt wurden. „Diesem stehen jedoch die 61 Anmeldungen an der Realschule gegenüber, das heißt 39 Kinder werden ihre Wunschschule nicht besuchen können, aber 61 Kinder derzeit noch.“

Die FDP-Fraktion zieht daraus den Schluss, dass die Schulform „Realschule“ sehr wohl ihre Daseinsberechtigung in Grevenbroich hat. Die bisher unterbliebene nüchterne Diskussion in der Politik müsse nun geführt werden.

Aus dem Süden Grevenbroichs werde der FDP-Fraktion immer wieder mitgeteilt, berichtet oder bestätigt, dass man, wenn die Busverbindungen zur Realschule nicht so „katastrophal“ wären, sein Kind dort und nicht an einer der Gesamtschulen angemeldet hätte. Dies hat die FDP-Fraktion zu der Überzeugung gelangen lassen, dass bei einer guten Busanbindung beziehungsweise einem guten Schülertransportsystem die Anmeldezahlen weitaus höher sein könnten.

Schumacher wörtlich: „Es wäre sachlich geboten, der Dietrich-Uhlhorn Realschule eine faire Chance zur Fortexistenz in unserer Stadt zu gewähren.“

In diesem Sinne fordern die Liberalen in einem Antrag an den Schul-Ausschuss festzustellen, dass die aktuellen Anmeldezahlen an der Dietrich-Uhlhorn-Realschule erfreulich sind und für eine Fortführung der Realschule sprechen. Weiterhin solldie Verwaltung beauftragt werden, die Planungen hinsichtlich der Schulformumwandlung hin zu einer dritten Gesamtschule im Stadtgebiet aufzugeben, die erforderlichen baulichen Veränderungen am Standort, die unabhängig der gewählten Schulform zwingend erforderlich sind, unter Beibehaltung des Kinderspielplatzes, fortzuführen und ein Schülertransportsystem zu etablieren, welches es jedem Schüler in Grevenbroich ermöglicht, diese Schule mit dem ÖPNV in angemessenem Aufwand zu erreichen.

Ob es Markus Schumacher und seiner FDP gelingt, noch ein Umdenken zu anzustoßen?

Die Argumentation der FDP kann die örtliche SPD nicht nachvollziehen:

Auch für das kommende Schuljahr mussten wieder 39 Kinder an den Gesamtschulen abgelehnt werden, der Bedarf für weitere Plätze an Gesamtschulen sei also auf jeden Fall gegeben, betont sie in ihrer Stellungnahme.

Weiter heißt es da: „Für die Realschule in Wevelinghoven gingen für das nach den Sommerferien beginnende Schuljahr 61 Bewerbungen ein. Das würde gerade so ausreichen, die Schule in drei Zügen aufrechtzuerhalten. Auf der anderen Seite mussten aber 39 Kinder an den Gesamtschulen abgelehnt werden, weil es nicht ausreichend Kapazitäten gibt.“

Mona Bergs, die ab dem 10. Juni die Aufgabe der schulpolitischen Sprecherin in der SPD-Fraktion übernehmen wird, meint dazu: „Wir sollten die Nachfrage nach Realschule und Gesamtschule nicht gegeneinander ausspielen. Auf der Gesamtschule kann man einen Realschulabschluss machen, auf der Realschule aber kein Abitur. Daher gelingt es uns mit der Umwandlung der Realschule in eine Gesamtschule am besten allen Interessen möglichst gerecht zu werden.“

„So können alle Schüler, die einen Realschulabschluss machen wollen, nach der zehnten Klasse abgehen und die anderen können bis zum Abitur weitermachen“, ergänzt Birgit Gericke, Fraktionsvize und Wevelinghovener Ratsfrau, „und dafür muss man sich nicht schon nach der Grundschule festlegen. In der Zeit zwischen der vierten und der zehnten Klasse passiert so viel. Auf einer Gesamtschule ist es dann viel einfacher sich doch noch für das Abitur zu entscheiden, selbst wenn man ursprünglich eher einen Realschulabschluss angestrebt hatte. Der Schulwechsel nach der zehnten Klasse stellt dagegen immer eine große Herausforderung dar.“

(-gpm.)