Hommage an Hüsch Lachend glauben und glaubend lachen

Grevenbroich · Am 10. Mai um 17 Uhr lädt die evangelische Kirchengemeinde Grevenbroich zu einem besonderen Abend in die Christuskirche ein. Unter dem Titel „Hüsch und Gott“ lassen Texte,

Stefan Pelzer-Florack und Chistoph Borries widmen sich an diesem Abend dem „schwarzen Schaf vom Niederrhein“.

Foto: EK.

Musik und kurze Impulse das Glaubens- und Menschenbild von Hanns Dieter Hüsch neu lebendig werden.

Hanns Dieter Hüsch – oft das „schwarze Schaf vom Niederrhein“ genannt – trug diesen Beinamen mit liebevoller Eigenwilligkeit. Er dachte quer, widersprach freundlich und hielt seiner Heimat mit feinem, poetischem Witz den Spiegel vor. Nicht, um zu verletzen, sondern um zu wecken: zum Nachdenken, zum Trösten, zum Lächeln über sich selbst.

So wurde er zum sanften Außenseiter, der gerade dadurch vielen aus der Seele sprach.

Hüsch sprach von Gott wie von einem guten Bekannten – warmherzig, schelmisch und mit einer Leichtigkeit, die zugleich tief berührte. Er beobachtete die Menschen, wie sie sich abmühen, und schenkte ihnen einen liebevollen Blick für ihre Aufgeregtheiten. Gott holte er von der Kanzel auf die Erde: ein Gott, der über uns schmunzelt, Fahrrad fährt, großzügig Heiligenscheine verschenkt und hier und da auch mal eine „Himmelbeere“ nascht.

Hüschs Humor war nie spöttisch, sondern zärtlich und tröstend; eine kleine Liturgie der Zuversicht, die Mut macht und zum Weitergehen einlädt. Mit seiner besonderen Art, das Große im Kleinen zu entdecken, brachte er den Himmel in den Alltag und die Alltagssorgen in ein helleres Licht.

Der Abend nimmt Hüschs Glaubensbilder auf und lässt sie in Worten und Musik nachklingen: hoffnungsvoll, widerspenstig, zärtlich – und immer menschenfreundlich. Seine Texte erinnern daran, wie viel Liebe und Widerstandskraft im Glauben stecken können, wenn man, wie Hüsch es tat, lachend glaubt und glaubend lacht. „Hüsch hören – Gott lauschen“ lädt dazu ein, sich von seiner Poesie bestärken zu lassen und neu zu entdecken, wie sehr Glaube, Humor und Menschlichkeit einander berühren können.

Weil Gott bei Hüsch etwas Leichtes hat, ist auch die Orgel an diesem Abend kleiner: Pfarrer Christoph Borries („7Tage1Song“): „Wir freuen uns sehr, dass Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack wieder mit dabei ist und einige Stücke auf einer Philicorda-Orgel aus den 1960er-Jahren begleiten wird. Wer am 10. Mai kommt, erfährt außerdem die besondere Geschichte dieses Instruments.“

Der Eintritt ist frei; um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

(-ekG.)