Rhein-Krei vergab Ehrenamtspreis „Gegen die Verrohung“

Damm · Außerordentlicher Einsatz für das Gemeinwohl hat seine Würdigung erfahren: Auf Schloss Dyck verlieh der Rhein-Kreis wieder seinen Ehrenamtspreis im Bereich Bevölkerungsschutz. Er zeichnete die ökumenische Notfallseelsorge um Pfarrerin Angelika Ludwig sowie Sabrina Hahn von der Johanniter-Unfall-Hilfe aus.

 Ehrenamtspreis des Kreises im Bereich Bevölkerungsschutz auf Schloss Dyck übergeben (von links): Pfarrerin Angelika Ludwig, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Sabrina Hahn.

Ehrenamtspreis des Kreises im Bereich Bevölkerungsschutz auf Schloss Dyck übergeben (von links): Pfarrerin Angelika Ludwig, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Sabrina Hahn.

Foto: RKN.

Eine beim Ausschuss für Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz eingerichtete Jury hatte die Preisträger unter vielen interessanten Vorschlägen ermittelt. Im Rahmen eines Empfangs übergab Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Urkunden und den damit verbundenen Geldbetrag von jeweils 500 Euro.

„Das Gemeinwohl ist höchst aktuell in einer Zeit, in der wir in unserem Land Tendenzen der Verrohung und Respektlosigkeit beobachten müssen. Leider erleben schließlich gerade die Menschen, deren ehrenamtliche oder berufliche Verpflichtung es ist, unser friedliches und geschütztes Zusammenleben zu gewährleisten, dass ihnen dabei Hass und Aggression entgegenschlagen“, so Petrauschke.

Und so wolle der Kreis mit seinem Ehrenamtspreis im Bereich Bevölkerungsschutz auch ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass Gewalt und Aggression keinen Platz im Alltag haben dürften.

„Mit unserem Ehrenamtspreis sagen wir aber ebenso laut und öffentlich ,Danke‘. Denn der Dank kommt im Alltag ja oft zu kurz, auch deshalb, weil die allermeisten ehrenamtlich Tätigen eher still und leise vor sich hinarbeiten. Gerade deshalb ist es wichtig, die Bedeutung des Ehrenamts hervorzuheben und vorbildliches Engagement zu würdigen“, betonte der Landrat.

Bestes Beispiel sei die ökumenische Notfallseelsorge um Pfarrerin Angelika Ludwig, die gemeinsam mit Pfarrer Gregor Ottersbach und Koordinator Peter Zimmermann die „Erste Hilfe für die Seele“ leitet. Die Seelsorger sind da für Menschen, die geschockt sind von Kindstod, Suizid, Brand oder Todesmitteilung. Sie sind da für Menschen, deren Leben nach Unfall oder Großschadenslage aus den Fugen geraten ist.

Die Notfallseelsorge arbeitet rund um die Uhr mit Notärzten, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei zusammen. Sie wird über die Kreisleitstelle oder die Einsatzkräfte vor Ort angefordert und begleitet auf Wunsch auch die Einsatzkräfte im Sinn der Nachsorge. Pfarrerin Ludwig ist außerdem als Fachberaterin Seelsorge der Feuerwehr Neuss und als Mitglied des Löschzugs Stadtmitte aktiv.

Sabrina Hahn von der Johanniter-Unfall-Hilfe stammt aus Dormagen und ist seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert in der dritten Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes des Rhein-Kreises, in der sie mehrere Aufgaben wahrnimmt.

Als Feldköchin zum Beispiel übernimmt sie die Führung des Verpflegungstrupps und sorgt bei planbaren und nicht planbaren Einsätzen für die angemessene Verpflegung der Kräfte, aber gegebenenfalls auch der ihnen anvertrauten Menschen. Darüber hinaus ist Hahn in der Helferschaft Ansprechpartnerin und Kümmerin in allen Belangen und dadurch hoch angesehen und wertgeschätzt.

(-ekG.)