Richtfest an der vom-Rath-Straße Auch der Hammer liegt ihr gut in der Hand!

Elsen · Petra Heller vom Vorstand des „Bauvereins“ bewies jüngst beim Richtfest an der vom-Rath-Straße, dass sie nicht nur mit Lineal und Rechenstab umgehen kann: Ebenso sicher wie kraftvoll trieb sie den traditionell letzten Nagel in den Dachstuhl, der nun einmal dem Bauherrn vorbehalten bleibt...

Ein Prosit auf den Rohbau: Manfred Franck und Dorothea Zimmermann vom Aufsichtsrat des Bauvereins und Petra Heller und Sven Möller von dessen Vorstand stoßen mit Zimmermann Noah Schriefers (Mitte) an.

Ein Prosit auf den Rohbau: Manfred Franck und Dorothea Zimmermann vom Aufsichtsrat des Bauvereins und Petra Heller und Sven Möller von dessen Vorstand stoßen mit Zimmermann Noah Schriefers (Mitte) an.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Die Festgäste zählten natürlich gebannt mit. Allerdings interessierten sie die Treffer weniger als die Fehlschläge. Immerhin verlangt es der Brauch, dass für jeden Hammerschlag, der am Nagel vorbeigeht, der Bauherr später eine Runde schmeißen muss.

Hätte der Bauverein das ernst genommen, wäre die Feier nach zwei, drei Bier schnell zu Ende gewesen. So treffsicher war die Vorständin des Grevenbroicher Bauvereins. Doch sie und ihr Vorstandskollege Sven Möller ließen sich natürlich nicht lumpen und luden zu Wärmendem (aus dem Suppentopf!) ein.

„Hier entsteht ein wunderschönes Gebäude, in dem im nächsten Jahr 20 Familien ein neues Zuhause finden“, betonte Petra Heller.

Sven Möller erinherte in seiner Ansprache an die Geschichte des Bauplatzes: Bis 1941 stand dort eine Pappe- und Kartonage-Fabrik, die dann bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Es folgte die „Grönland Gmbh“, die Tiefkühlkost und Konserven herstellte.

1980 wurde die Produktion eingestellt; das Gelände übernahm die Stadt. Nach dem Mauerfall kamen viele Spätaussiedler, für die im „Grönlandgelände“ gebaut wurde. Unter anderem vom Bauverein, der dort 195 Wohnungen schuf. „Es waren die ersten Häuser, bei denen energetische und ökologische Aspekte Berücksichtigung fanden“, rief Möller nicht ohne Stolz in Erinnerung.

Ein Grundstück blieb damals unbebaut. Eine „Baulücke“, die nunmehr geschlossen wurde: 20 Wohnungen, davon 15 öffentlich gefördert, werden für 5,3 Million Euro Baukosten errichtet. „Trotz Corona-Krise, Material-Engpässen, Ukraine-Krieg und Energiekosten-Steigerungen sind wir dank des hohen Engagements aller Handwerker und Ingenieure im Zeitplan“, so Möller.

In den Dank schloss er auch die beiden Architekten Tim Feldkamp und Johann Sokolowsky sowie deren Projektleiterin Melanie Rosellen ein.

Anschließend gehörte die Bühne dann Noah Schriefers. Dem Zimmermann aus Mönchengladbach oblag die traditionsreiche Prozedur in schwindelnder Höhe mit dem schon erwähnten letzten Nagelschlag und dem kraftvollen Zerdeppern eines eigenhändig geleerten Schnapsglases.

Im September kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen und die Wohnungen bezugsfertig sein. Inklusive Fotovoltaik für den Strom und Luftwärmepumpen-Technik für die Beheizung.

(Gerhard P. Müller)