1. Grevenbroich

Troles fordert „KiTa-Gipfel“. Und kreatives Vorgehen.

Es fehlen über 400 Plätze : Troles fordert „KiTa-Gipfel“. Und kreatives Vorgehen.

Derzeit fehlen in Grevenbroich 256 U3- und 153 Ü3-Plätze. Deshalb fordert Heike Troles, Landtags-Abgeordnete und hiesige Jugendhilfe-Ausschussvorsitzende, einen „KiTa-Gipfel“ für die Schloss-Stadt. Und mehr Fantasie auf der Suche nach Lösungen...

In den vergangenen Jahren wurden insgesamt neun neue Gruppen der Gruppenformen I und III eröffnet (fünf in der neuen KiTa Wevelinghoven, zwei Gruppen in der KiTa Langwaden, eine Gruppe in Barrenstein und eine weitere in Frimmersdorf). In diesen neun Gruppen wurden 46 U3- und 134 Ü3-Plätze geschaffen. 

Eine Verbesserung im Ü3-Bereich wird durch Schaffung von jeweils zwei Gruppen in den städtischen KiTas in Kapellen und in Gustorf im kommenden KiTa-Jahr umgesetzt werden. 

 Heike Troles fordert mehr Kreativität im Kampf gegen fehlende KiTa-Plätze.
Heike Troles fordert mehr Kreativität im Kampf gegen fehlende KiTa-Plätze. Foto: CDU
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Allerdings merkt Heike Troles (kleines Bild) an: „Die Situation im U3-Bereich kann nicht nennenswert verbessert werden. Hier muss man auch über eventuelle weitere Tagespflege oder Großtagespflegemodelle nachdenken.“ Viele Eltern würden beispielsweise ihre kleineren Kinder dort gerne betreuen lassen.

„Aber auch über den Gedanken eines Neubaus einer ,U3-KiTa’ muss einmal nachgedacht werden“, so die engagierte Jugendpolitikerin. Weiterhin geplant sind KiTas an der Merkatorstraße und in Neuenhausen jeweils durch Investorenmodelle. 

In der jüngsten Sitzung ihres Ausschusses wurde das Projekt „KiTa Coens Galerie“ vorgestellt. Eine fünfgruppige Einrichtung sei hier geplant. Der Eigentümer stelle den Umbau der entsprechenden Flächen in der Coens-Galerie als Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege sicher und trage die Kosten zu 100 Prozent. Die KiTa soll durch einen anderen Träger (nicht städtisch) betrieben werden. Dieser erhält von der Stadt gemäß Kibiz die entsprechenden Pauschalen.

Die Stadt sichert dem Eigentümer die Zahlung des Mietzinses für 20, 25 oder 30 Jahre zu. Da die Refinanzierung durch den gesetzlichen Mietzuschuss des Kibiz begrenzt ist, kommt es im Verhandlungsergebnis zwischen Stadt und Eigentümer im Ergebnis entscheidend auf den tatsächlichen Mietpreis (pro Quadratmeter) an.

Vorteil hier sei, dass es schon einen gültigen Bebauungsplan gibt, und man nur eine Nutzungsänderung beantragen muss. Und dass die KiTa so schnell realisiert werden könne.

Mit Blick auf den Personalmangel in Grevenbroich sollte die Kampagne der Stadt zur Personalgewinnung „Klein sucht Gross“ weiter ausgebaut werden. „Eine Idee wäre es auch, dies noch einmal mit einer ,Woche der Kinderbetreuung’ zu verbinden, in der alle beteiligten Akteure eine Woche lang offensiv werben“, so Troles. Ihr Fazit ist klar: „Kitas bauen!“ Als Stadt wie auch über Investoren mit Mitteln aus dem Förderprogramm. Anreize schaffen für Investoren und Träger, über neue Trägermodelle (Eltern-Initiativen „Eltern helfen Eltern“ aus Münster) nachdenken, Werkskindergärten, Kindertagespflege ausbauen, Anreize schaffen für Personal (beispielsweise Jobticket, günstiger Wohnraum, Jahreskarte Schwimmbad, Kinderbetreuung der Beschäftigten gewährleisten) und vor allem einen „KiTa-Gipfel einberufen und alle möglichen Akteure – auch Unternehmen aus Grevenbroich – an einen Tisch holen“.

(Gerhard Müller)