Das Rasen auf der Muchhausener Straße sei schon lange ein Problem, betont Michael Pfeiffer, der den Erft-Kurier zum Vor-Ort-Termin mit den Anliegern geladen hatte. Mehrmals haben die sich an Alt-Landrat Petrauschke, an Landrätin Reinhold und Lokalpolitiker Bolz gewandt.
Passiert sei nicht viel. „Das geht uns an die Nerven“, ist zu hören. Und: „Fenster Aufmachen im Sommer können Sie vergessen. Bei dem Lärm verstehen Sie ihr eigenes Wort nicht mehr.“ Andere weisen auf immer wieder abgefahrene Autospiegel, rasierte Grundstücksmäuerchen und umgenietete Warnpfosten hin. Besonders schlimm sei es allerdings, wenn Laster im Spiel seien und ein Ausweichen in Parklücken kaum noch möglich wäre.
Dass auf der Straße reger Verkehr herrscht, bewies sich, als der Kreis zweimal nachmittags für jeweils drei Stunden mit der Radar-Pistole Stellung bezog: Jeweils um die dreihundert Fahrzeuge wurden kontrolliert. Beim ersten Mal wurden 145, beim zweiten Mal 120 Verstöße registriert. „Der Schnellste hatte 100 Stundenkilometer drauf“, schüttelt Michael Pfeiffer den Kopf.
Doch was tun? Der „Smiley“ am Ortseingang aus Richtung Neuss/Rommerskirchen bringe nichts. Der Vorschlag, dort eine große „30“ auf den Boden zu malen, habe die Landrätin als zu teuer und bereits als zu gefährlich für die Zweiradfahrer bewertet.
„Am besten wären richtig steile Hubbel“, wirft eine Anwohnerin ein (wie am Ortsausgang nach Oekoven). Alternierendes Parken komme nicht infrage, weil dadurch eh rare Stellplätze entfallen würden.
In der Verantwortung ist der Kreis. Und der könne eigentlich nur über den Geldbeutel Erfolg haben, ist die Meinung der Anlieger: „Der hat doch an den beiden Nachmittagen ganz gut verdient.“ Regelmäßige Überwachung mit der Radar-Pistole könnte ganz klar abschreckend wirken.
Und das bitte von morgens halb fünf ... Dann fahren zum Beispiel auch viele Bergheimer durch den Ort, um zum Schichtbeginn in Neuss zu sein. Und gerade morgens scheint jede Minute zählen: „Die knallen in den Ort rein wie die Bekloppten“, bringt es einer der Betroffenen auf den Punkt.
Ein anderer schildert: „Die haben mich mitten im Dorf schon überholt.“ Und die Ausfahrt aus dem eigenen Grundstück dauere oft. „Morgens kann das schon mal fünf bis zehn Minuten dauern, bis man aus der Ausfahrt rauskommt“, hieß es. Und: „Rückwärts rausfahren ist lebensgefährlich.“
Zudem richten die Bürger den Blick auf die Fußgänger und die Kinder, die auf den recht schmalen Bürgersteigen unterwegs seien, die oft für Ausweichmanöver in Anspruch genommen würden.
Gesucht wird also ein „Kümmerer“, der sich des Problems annimmt. „Tempo 30“ habe nicht wirklich etwas verändert. 80 Prozent würden sich eh nicht dranhalten. Und leiser sei es auch nicht geworden ...