1. Jüchen

Benjamin Schiffer aus Jüchen startet in der Modewelt durch

Von Jüchen auf den Laufsteg : Benjamin Schiffer: Mode unterstreicht die Essenz der eigenen Persönlichkeit

Seine Liebe für Mode hat Benjamin Schiffer von Aldenhoven durch Europa geführt. Entdeckt als Model zog es den jungen Mann auf den Laufsteg. Hier schnupperte er das erste Mal die Luft des Mode-Business. Und war so begeistert, dass er mittlerweile weiter in der Branche arbeitet.

Doch die Leidenschaft für Mode, der Mut „anders als alle anderen“ rumzulaufen, war auch nicht immer einfach. „Manchmal war das in der Schule schon ein Spießrutenlauf“, erinnert sich Benjamin Schiffer, der sich aber treu geblieben ist und seinen Stil gefunden hat – und immer noch findet. Denn Mode lebt, verändert sich genau so wie der Mensch sich in seinem Leben verändert. Das weiß auch Schiffer: „Mode ist Zeitgeist. Sie bildet die Gesellschaft genau so wie jedes Individuum ab. Sie zeigt, wer wir sind und wie wir fühlen. Sie unterstreicht die Essenz der Persönlichkeit.“

Wie beschreibt der 23-Jährige denn seinen Stil? „Ich bin alles. Ein bisschen ,edgy‘ durch meine Zeit in Berlin, ich habe aber auch aus Skandinavien Leichtigkeit mitgebracht.“ Während des Abiturs in Jüchen wurde Schiffer als Model entdeckt, hatte Aufträge für Hugo Boss zum Beispiel. Danach stieg er in die PR-Welt der Mode ein: „Ich verkaufe Träume, gebe Marken Substanz und vermittle ihre Werte und ihre Bilderwelt.“ Sein Traumjob!

Als Experte im Mode-Bereich wird Schiffer natürlich oft gefragt, wie man denn seinen eigenen Stil überhaupt findet. Die Antwort des Berliners überrascht vielleicht auf den ersten Blick: „Man braucht gar keinen Stil! Ich denke, dass es ein Privileg ist, so viel Zeit zu haben, sich immer zu hinterfragen: Wie möchte ich mich kleiden, was möchte ich damit heute ausdrücken. Das kostet Zeit und Geld und beides ist nicht immer vorhanden.“

 Benjamin Schiffer erscheint auch auf vielen Seiten mit seinen Styles.
Benjamin Schiffer erscheint auch auf vielen Seiten mit seinen Styles. Foto: privat

Wenn sich jemand dennoch mit dem Thema auseinandersetzen möchte, sollte man einfach in sich hineinhören, um authentisch zu bleiben und danach ausprobieren: „Worin fühle ich mich mit meinem Körper wohl. Zwing dich nirgendwo zu, sondern zieh nur an, was dir gut tut – egal was andere sagen und egal, was gerade ,in‘ ist.“ Übrigens ist der ehemalige Jüchener Gymnasiast ein Fan von Second Hand-Kleidung: Nachhaltigkeit finde ich ganz wichtig. „Ich schätze, dass mein halber Kleiderschrank Second Hand ist.“

Die Corona-Zeit, die voller Entbehrungen ist, hat bei vielen auch den Wert von Mode noch mal gesteigert: „Man hat einfach das Gefühl, dass man sich mal etwas Gutes tun muss. Dann leistet man sich vielleicht doch die Tasche oder das Paar Schuhe, bei dem man schon lange überlegt hat, ob man es sich kaufen soll oder nicht. Das Begehren nach schönen Dingen ist gestiegen.“

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Dass auch Schiffer manchmal zu Styles gegriffen hat, die er jetzt nicht mehr tragen würde, gesteht er schmunzelnd: „Also so ganz enge Skinny-Jeans, bei denen das Blut in den Beinen abgeklemmt ist, würde ich jetzt wohl eher als Modesünde bezeichnen. Aber wer weiß, wann sich das wieder ändert.“

An Weihnachten besuchte Benjamin Schiffer die Familie in Jüchen: „Ich komme gerne zurück. Ich mag den Kontrast zu meinem Leben in der Großstadt, den Ausgleich zum stressigen Job, wenn man durch das Grün läuft. Ich bin gerne am Schloss Dyck oder spaziere über die Felder: Es ist toll, dass man nur Grün sieht an manchen Stellen, egal, wohin man schaut. Das genieße ich.“

Zurück in Berlin geht der Job weiter. Was sind Benjamin Schiffers Ziele in Bezug auf die Mode? „Ich möchte in der Mode-Industrie weiterkommen und Anerkennung erhalten für das, was ich mache. Mir ist die Qualität der Arbeit von Bedeutung und ich möchte Projekte entwickeln, die mir dabei helfen, ein Standing zu besitzen.“ Und die Großstadt hat dann auch einen Vorteil: „Ich fühle mich in der unruhigen Metropole ruhiger in mir selbst, weil es keinen interessiert, wie ich rumlaufe und dich deshalb niemand anstarren würde.“