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Bürgerhaus Gierath / Gubberath: Scheitern Pläne an der Kirche?

Bürgerhaus Gierath / Gubberath : Scheitern Pläne an der Kirche?

Ist der Traum vom Bürgerhaus in Gierath zum Greifen nah? Ja, wenn es nach dem Bürgerschützenverein und dem Rat der Stadt geht. Doch das letzte OK liegt auf Seiten der Kirche, denn das Grundstück ist (noch) in deren Besitz.

Die Geschichte rund um einen Treffpunkt in Gierath ist lang. Bisher ist das Jugendheim die Lösung – doch das geht nicht mehr lange gut. Ebenso wie beim Kindergarten (der Top-Kurier berichtete) liegen erhebliche Baumängel vor. Die besten Zeiten der sanitären Einrichtungen sind schon lange, lange vorbei. Die Decke muss mit Trägern abgestützt werden. „Hier kann man doch nicht mit gutem Gewissen Treffen mit Menschen veranstalten“, bedauert Schützen-Präsident Ralf Kriesemer.

Es gab Pläne, das Jugendheim abzureißen, dort eine Neubebauung voranzutreiben. Gegen den Bau von Eigenheimen sprach sich die Bevölkerung damals aus. Der BSV bot an, die Trägerschaft für das Jugendheim zu übernehmen und die Kirche könne eine Tagespflege für Senioren nebenan errichten. Doch würde das Jugendheim saniert, wäre ein sechsstelliger Betrag fällig. Viel Geld für ein (dann immer noch) altes Gebäude. Alle Pläne sorgten also nicht für die Lösung.

Doch einen Ort für Treffen benötigt das Doppeldorf dann ja immer noch. Und hier kommt die Idee der Schützen ins Spiel: ein Bürgerhaus auf dem Schützenplatz, deren Patenschaft zwar die Schützen übernehmen, das aber für alle Institutionen und Vereine nutzbar wäre. Klingt alles gut, der Rat der Stadt hat sein OK gegeben. „Wir wissen, dass die finanzielle Situation der Stadt mehr als angespannt ist und sind dankbar, dass das Projekt dennoch realisiert werden soll“, so Kriesemer.

Bleibt die Frage nach dem Startschuss. Und nun wird es kompliziert: Das Grundstück gehört der Katholischen Kirche. Alle Gespräche mit Pastor Ulrich Clancett waren laut Kriesemer mehr als positiv. Doch der gesamte Kirchenvorstand muss zustimmen. „Hier liegt scheinbar das Problem: Ein Mitglied des Kirchenvorstandes hat wohl ins Gespräch gebracht, dass das Grundstück mehr wert werden könnte, wenn die Überlandleitungen oberhalb des Platzes weg wären. Deshalb wurde ein Angebot der Stadt, das Grundstück zu kaufen oder es als Erbbaurecht zu erwerben, angeblich bisher abgelehnt. Bis diese Leitungen weg wären, könnte es Jahrzehnte dauern“, ärgert sich der BSV-Präsident.

Die Frage dränge sich auf, ob die Finanzen der Kirche so schlecht gestellt sind, dass sie über den Nutzen eines Hauses für die Gemeinschaft der umliegenden Orte gestellt werden. „Das Gebäude ist konzipiert, ein Lärmkonzept erdacht. Wir warten nur, dass wir loslegen können“, so Kriesemer, der weiter ausführt: „Wir sind der zweitgrößte Schützenverein der Stadt und wir vertreten die Interessen einer nicht kleinen Bevölkerungsgruppe, dadurch dass die Nutzung des Hauses nicht Schützen-gebunden ist. Und wir können uns eine weitere tolle Nutzung des Platzes vorstellen: Wochenmarkt, Weihnachtsmarkt, vielleicht könnte eine Gulasch-Kanone dort regelmäßig Essen anbieten,...Doch bevor wir uns weiter mit der Belebung beschäftigen, müssen wir auf die Entscheidung der Kirche warten. Und niemand weiß, wie lange das dauert.“

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Doch, weiß einer: Pfarrer Ulrich Clancett hat gute Nachrichten. „In dieser Woche ist das Gutachten endlich gekommen. Das bedeutet, dass wir nun wissen, was das Grundstück wert ist und in die Verhandlungen mit der Stadt einsteigen können“, so Clancett. Das es bisher nicht zu einem Abschlus kam, liege ganz allein an der Forderung des Bistums, das Gutachten zu beantragen.

Ohne das kann nicht verkauft werden: „Grundsätzlich befürworten wir die Pläne auf jeden Fall! Wir finden es gut, wenn ein Ort der Begegnung entsteht. Das Jugendheim werden wir aufgeben und stehen in Verhandlung, was dort passieren wird. Wir könnten uns vorstellen, dass dort ein betreutes Wohnen entsteht. Von dem Erlös aus den Verkäufen könnten wir das Pfarrhaus zum Pfarrheim umgestalten. Es wird also definitiv etwas für die Menschen passieren! Das ist auch wichtig für die Orte“, so Clancett.