Knapp acht Monate nach dem Spatenstich begrüßte Bürgermeister Philipp Sieben Schulleiter Hakan Ören und weitere Vertreter der Schule sowie einige Ratsmitglieder, sachkundige Bürger, Mitarbeiter der Verwaltung und Vertreter der am Bau beteiligten Firmen nun zum Richtfest. Die Erweiterung des Gymnasiums ist Teil des größten Schulbauprojekts der Geschichte der Stadt Jüchen.
Mit dem von der Firma Berger Architekten aus Grevenbroich geplanten Erweiterungsbau wird der benötigte Raum für die dauerhafte Vierzügigkeit des Gymnasiums geschaffen. Die Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 werden künftig dort unterkommen. Das unabhängige Gebäude, das auf der Fläche des ehemaligen Lehrerparkplatzes errichtet wird, bietet auf zwei Etagen eine Nutzfläche von insgesamt 1.900 Quadratmetern. Zwölf Klassenräume, zwei Kunsträume, ein Digital Maker Space, ein Mehrzweckraum sowie ein Verwaltungsbüro und mehrere Nebenräume werden in dem modernen Bau Platz finden.
Im Zuge der Baumaßnahme werden außerdem im Bestandsgebäude einige Umbauten durchgeführt. Unter anderem werden zwei Kunsträume zu naturwissenschaftlichen Räumen und drei Klassenräume zu einem neuen Bereich für die Verwaltung umgebaut.
Für das Bauvorhaben sind Haushaltsmittel von rund 13 Millionen Euro veranschlagt. „Das ist eine große Hausnummer für unsere Stadt“, betont Bürgermeister Philipp Sieben und bedankte sich beim Rat für den Beschluss dieser wichtigen Investition, „ich freue mich, dass wir den Kindern und Jugendlichen mit dem Erweiterungsbau bald weitere moderne und zukunftssichere Räume bereitstellen können.“
Sehr positiv sieht Bürgermeister Philipp Sieben, dass beim Neubau großer Wert auf ökologische Aspekte gelegt wird. Als Effizienzgebäude 40 ist der Bau qualifiziert für die KfW-Förderung „Klimafreundlicher Neubau Nichtwohngebäude von Kommunen“ in Höhe von knapp 150.000 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärme-Pumpe wird die Räume angenehm temperieren. Die Dachfläche erhält eine extensive Dachbegrünung und eine PV-Anlage.
Schulleiter Hakan Ören zeigte sich erleichtert, dass nun Richtfest gefeiert werden konnte. Denn ab Sommer brauche eine ganze Jahrgangsstufe ein neues Heim: „Die Schule ist nicht nur ein Gebäude, sondern am Vormittag ein Zuhause für viele Schüler.“ Dankbar ist er vor allem dafür, vom Schulträger in die Planung miteinbezogen worden zu sein. So werden die neuen Klassenräume so ausgestattet sein, dass sie einen modernen Unterricht entsprechen. „Sicher möchten alle Kollegen künftig in den Klassen 5 bis 7 unterrichten“, lacht er.
Besonders freut sich der Schulleiter auf den Multifunktionsraum, der als Ersatz für das nicht beheizbare Atrium dienen soll. Ein solcher Raum – künftig der größte der Schule – habe bisher am Gymnasium gefehlt und werde beispielsweise für Abiturprüfungen oder Veranstaltungen genutzt werden können. „Wir haben hier schon eine sehr gute Schule und nun wird sie noch ein bisschen besser“, bringt der Bürgermeister auf den Punkt.
Die Bläserklasse der Jahrgangsstufe sechs unter der Leitung von Simon Förtsch begleitete das Richtfest musikalisch und sorgte für einen feierlichen Rahmen. Als künftige Siebtklässler werden sie selbst sogar noch in den Genuss kommen, das neue Gebäude zu beziehen. „Ich freue mich, dass die Schule größer wird. Es ist spannend zu sehen, wie das neue Gebäude gebaut wird“, erzählte eine Schülerin. Ein anderer Schüler, der interessiert verfolgt, was sich in den vergangenen Monaten getan hat, sieht das ähnlich: „Es ist schön, dass die Klassen in zwei Gebäude aufgeteilt werden und wir dann mehr Räume zur Verfügung haben.“
Im Sommer, pünktlich zum Schuljahr 2026/2028, soll das neue Gebäude bezugsfertig sein. Die Terminvorgabe sei zwar eine Herausforderung, so Architekt Heinz Berger, doch die Arbeiten lägen gut in der Zeit. „Wir haben auf den knappen Zeitplan reagiert, indem wir zum Beispiel bei der Bauform mit sehr viel Sichtbauwerk in den Klassenräumen arbeiten“, erklärt der Architekt.
Und obwohl gerade erst das Richtfest gefeiert wurde, werde schon länger am Innenausbau gearbeitet. Seit Januar seien Installateure im Haus, die sich um Heizung-, Sanitär- und Elektroinstallationen kümmern – obwohl noch keine Fenster eingebaut wurden. Heinz Berger verrät, wie das funktioniert: „Um auch im Winter bauen zu können, wurden Räume komplett mit Folie geschlossen. Wir sind mit dem Ausbau schon relativ weit. Von daher halte ich die Fertigstellung in den Sommerferien für erreichbar.“ Eine Nachricht, die die Schulgemeinschaft sicher gerne hört!