„Wir sind nur ein kleiner Verein mit 15 bis 20 Mitgliedern, aber immer noch aktiv und mit Freude dabei“, berichtet Vorsitzender Rene Bamberg stolz. Der Verein habe sich verjüngt und die neue Generation von Imkern, die 80 Bienenstöcke im Stadtgebiet hat, habe Lust, anzupacken und die Arbeit des Vereins auszubauen und zu präsentieren. Dass ihr ehrenamtliches Engagement schon jetzt gesehen wird, wurde erst vor Kurzem deutlich: Von der Sparkasse wurde der Verein als einer von zehn „HeimatHelden“ aus dem gesamten Rhein-Kreis ausgezeichnet.
Die gut besuchte Jubiläumsfeier, die sich auch Bürgermeister Philipp Sieben, stellvertretende Landrätin Sandra Lohr (übrigens ein großer Honigfan, wie sie verrät) und Vertreter aus der Politik nicht entgehen ließen, war also auch so etwas wie ein Startschuss für den Verein, mit voller Manpower in die Zukunft zu gehen. Die Arbeit der Imker ist dabei sehr vielfältig und reicht von der Pflege und Haltung von Honigbienen über die Gewinnung von Honig, Wachs und mehr bis hin zur Umweltbildung für Kindergärten und Schulklassen und der Ausbildung von neuen Imkern am Lehrbienenstand am Hamscher Hof. Um weitere neue Möglichkeiten der Umweltbildung und Begegnung zu ermöglichen, soll der Lehrbienenstand in diesem Jahr noch weiter ausgebaut werden. So sollen ab dem kommenden Jahr vermehrt Schulen und Kitas die Möglichkeit haben, direkt vor Ort etwas über die Honigbienen zu lernen.
Wer einmal einen Blick in einen Bienenstock werfen möchte, hat seit Dienstag aber auch außerhalb von Aktionen des Imkervereins die Chance dazu. Denn passend zur Feier wurde der neue Bienenschaukasten am NABU-Naturlehrpfad fertig. Dank Plexiglasscheiben kann ein Bienenvolk bei seiner Arbeit beobachtet werden, ohne dass sich Mensch und Tier gegenseitig stören. Der Schaukasten erfreute sich direkt großer Beliebtheit bei allen Gästen, wobei vor allem die anwesenden Kinder schwer begeistert waren. Wichtig für Besucher des Bienenschaukastens: Die Türen vor dem Weggehen wieder schließen, da die Bienen die Wärme brauchen.
Ein Thema, mit dem sich die Imker aktuell unweigerlich beschäftigen müssen, ist natürlich die Asiatische Hornisse. „Die sehen wir hier am Lehrbienenstand täglich“, erklärt Rene Bamberg. Diese invasive Hornissenart breitet sich immer weiter aus und stellt nicht nur eine Gefahr für die Honigbienen dar, sondern eine immer größere Herausforderung für die heimische Biodiversität.
Andrea vom Dorp, Geschäftsführerin und Kassierin des Imkervereins Jüchen, setzt sich seit einiger Zeit im Kampf gegen die Asiatische Hornisse besonders ein. Sie hat sich dem „Velutina Netzwerk Niederrhein“ angeschlossen, um mit anderen Vereinen übergreifend zusammen gegen die Asiatische Hornisse vorzugehen. „Die Hornisse kennt keine Stadtgrenzen, Bienen auch nicht. Es macht einfach Sinn, zu versuchen, das Problem gemeinsam zu lösen“, betont sie, „vor allem weil das Equipment zur Bekämpfung sehr teuer ist. Eine Lanze, um gegen Nester der Asiatischen Hornisse vorzugehen, kostet beispielsweise gut 4.000 Euro. Kleine Vereine können das gar nicht stemmen.“ Informationen und Meldemöglichkeiten gibt es auf der Homepage des Vereins unter www.imkerverein-juechen.de.
Apropos Homepage: Zum Jubiläumsjahr gehört auch ein Update für die Vereinshomepage, die nach und nach weiter ausgebaut werden soll. So wird es zum Beispiel bald eine Karte geben, auf der alle Selbstbedienungshäuschen für frischen Honig der Imker vermerkt sind. Und damit sich der Imkerverein Jüchen wie schon in den vergangenen 160 Jahren weiter für die Imkerei, den Schutz der Bienen und die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen engagieren kann, hofft er auf weitere Hobby-Imker, die sich dem Verein anschließen möchten. Auch Neueinsteiger sind herzlich willkommen, betonen Rene Bamberg und Andrea vom Dorp. Am Lehrbienenstand wird Imkerei anschaulich und praktisch vermittelt. Interessierte können sich beim Vorsitzenden unter [email protected] melden.