Hintergrund ist, dass das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) die „Asiatische Hornisse“ seit dem vergangenen Jahr als „weit verbreitet“ einstuft.
Das bedeutet, dass die Ziele einer flächendeckenden Bekämpfung und vollständigen Tilgung der Art als nicht mehr realistisch gelten. Man hat (sie) aufgegeben!
Dennoch wird empfohlen, dass Sichtungen weiterhin im Meldeportal des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) erfasst werden, um die Ausbreitung der Art zu dokumentieren und geeignete Maßnahmen zu planen. Das Vorkommen der „Asiatischen“ Hornisse sollte ausschließlich über das Meldeportal des LANUK unter https://rkn.nrw/pr257 gemeldet werden.
Die Entfernung von Nestern erfolgt grundsätzlich in der Verantwortung der jeweiligen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer.
Zu beachten ist, dass vor jeder Maßnahme die Artbestimmung wichtig ist, da für die heimische „Europäische Hornisse“ (Vespa crabro) ein besonderer Schutzstatus gilt, während die „Asiatische Hornisse“ (Vespa velutina) als invasive Art keinen Schutzstatus genießt.
Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, sich vorab mit der „Biologischen Station“ im Rhein-Kreis abzustimmen. Dies ist per E-Mail an [email protected] möglich.
Der Mail sollten aussagekräftige Fotos vom Nest und – falls vorhanden – von einzelnen Tieren beigefügt werden, die eine Einschätzung der Situation sowie eine Artbestimmung ermöglichen. So kann sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um die „Asiatische Hornisse“ handelt und nicht um eine geschützte heimische Art.
Die Nester von heimischen, geschützten Arten dürfen nur mit Genehmigung der „Unteren Naturschutzbehörde“ entfernt werden.
Eine Kontaktaufnahme bei bloßer Sichtung der „Asiatischen Hornisse“ ist nicht notwendig. Zur Beseitigung von Nestern der „Asiatischen Hornisse“ sollten die jeweiligen Grundstückseigentümer Fachleute wie zum Beispiel ausgebildete Imker oder Fachunternehmen hinzuziehen.
Das Amt für Umweltschutz des Rhein-Kreises hat unter https://www.rhein-kreis-neuss.de/nestentfernung weitere Informationen zu Wespen, Wildbienen, Hummeln und Hornissen mit Hinweisen zum Artenschutz und zu möglichen Maßnahmen erstellt.
Die „Asiatische Hornisse“ baut in der Regel zwei Nester pro Jahr. Die zu Beginn der Saison gebauten Primärnester, die häufig in Sträuchern oder Schuppen angelegt werden, sind klein und unauffällig. Die Sekundärnester befinden sich meist hoch in Bäumen oder an Gebäuden.
Seit rund zwei Jahrzehnten breitet sich die „Asiatische Hornisse“ in Europa aus. Seit 2014 ist die invasive Art auch in Deutschland nachgewiesen. Die Stiche der „Asiatischen Hornisse“ gelten als vergleichbar mit denen von heimischen Wespen und stellen laut Experten nur für Menschen mit einer Insektengiftallergie eine potenzielle Gefahr dar.
Die „Asiatische Hornisse“ greife zudem nicht grundlos an, sondern verteidige ihr Nest nur bei direkter Bedrohung.