Ab August 2026 haben alle Erstklässler einen Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. In den Folgejahren erweitert sich der Anspruch auf die Klassen zwei bis vier stufenweise, sodass ab dem Schuljahr 2029/30 allen Grundschülern eine Ganztagsbetreuung zusteht. In der Theorie klingt das gut, aber wie sieht die Praxis für die Betreuung an der Gemeinschaftsgrundschule Jüchen, der Verbundschule Lindenschule Gierath/Bedburdyck und der Gemeinschaftsgrundschule Hochneukirch/Otzenrath aus?
Im vergangenen Schul- und Jugendausschuss im März wurde ein Bericht zur Offenen Ganztagsgrundschule vorgestellt. Demnach gab es insgesamt bis zur Anmeldefrist 146 Anmeldungen von Schulneulingen und 33 Anmeldungen älterer Schüler beziehungsweise Wartelistenplätze. Frei werdende OGS-Plätze würden zunächst an die Schulneulinge vergeben, noch verbleibende Plätze dann im Rahmen ihrer Dringlichkeit an die Kinder verteilt, die auf den Wartelisten verblieben sind beziehungsweise an ältere Kinder, für die ein Aufnahmeantrag für das Schuljahr 2026/27 gestellt wurde. „Der Bedarf ist wie in den vergangenen Jahren gleichbleibend stabil“, heißt es hierzu auf Nachfrage aus der Stadtverwaltung und bezüglich der Schulneulinge mit OGS-Anmeldung: „Alle Familien, die einen Platz beantragten, haben – beziehungsweise werden – ein Platzangebot erhalten. Hierzu mussten keine bestehenden Verträge gekündigt werden.“
Als Vorbereitung auf den Rechtsanspruch für die Erstklässler auf einen OGS-Platz wurde die Zahl der OGS-Kinder bereits mit dem Schuljahr 2025/26 an allen Standorten aufgestockt, wird im Bericht zur Offenen Ganztagsgrundschule erklärt: „Aufgrund der Umbauarbeiten konnte die Zahl der OGS-Kinder an den Standorten Jüchen und Otzenrath nur um jeweils zwei Kinder von 156 auf 158 beziehungsweise von 82 auf 84 Kinder aufgestockt werden, wohingegen in Hochneukirch der Kinderbestand der OGS von 100 auf 120 Kinder angehoben wurde und an der Lindenschule von 156 Kinder in 2024/25 auf 191 Kinder in 2025/26.“ Dadurch sei die Warteliste in Hochneukirch deutlich reduziert worden und an der Lindenschule konnte nach wie vor eine Warteliste vermieden werden.
Mit dem Fortschreiten der Erweiterungsbauten an der GGS Jüchen und der Grundschule in Otzenrath wird sich die Lage wohl weiter entspannen. So wird es an der GGS Jüchen nicht nur zwei neue Räume für den offenen Ganztag geben, sondern der „Toni-Treff“ auch zum kommenden Schuljahr eine weitere Gruppe eröffnen. „Die Erweiterungsmaßnahmen in den Schulen laufen planmäßig. Notwendige Raumkapazitäten stehen zur Verfügung“, erklärt die Stadt.
Es scheinen also alle, die auf einen OGS-Platz für ihr i-Dötzchen angewiesen sind, aufatmen zu können. Auf die Frage, wie es für die Zukunft, wenn der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ausgeweitet wird, aussehen wird, zeigt sich die Stadt ebenfalls zuversichtlich: „In Zusammenspiel mit aktuell deutlich sinkenden Schülerzahlen ist insgesamt kein höheres Niveau der Bedarfe anzunehmen. Sollten wiedererwartend die Antragszahlen doch unerwartet hoch sein, werden bei Bedarf neue Gruppen eingerichtet. Aktuell ist dies jedoch nicht abzusehen.“