Neuer Anstrich für die Jüchener Mühle Hoch hinaus am Jüchener Wahrzeichen

Jüchen · Sie ist eines der Wahrzeichen von Jüchen. Für sie musste die Autobahn extra eine Kurve machen, es wurde ein Buch über sie geschrieben und eine jahrhundertelange Geschichte (inklusive Spuk rund um den Gehilfen Putsche Neres) begleitet sie: die Jüchener Mühle. Und die benötigt ganz dringend einen neuen Anstrich. Doch das ist bei dem denkmalgeschützten Gebäude gar nicht so einfach.

 Hier wird alles für den Anstrich der Mühle vorbereitet. Bis zu fünf Tage wird dieser dauern. 

Hier wird alles für den Anstrich der Mühle vorbereitet. Bis zu fünf Tage wird dieser dauern. 

Foto: Kurier-Verlag GmbH/Julia Schäfer

Hier müssen Profis ran! „Beim vorherigen Anstrich war es noch erlaubt, mit einem Gerüst zu arbeiten. Das würden wir heutzutage niemals genehmigt bekommen – viel zu gefährlich“, weiß Peter Schmidt. Mit „RheinAlpin – Höhensicherheitstechnik“ ist Schmidt der richtige Ansprechpartner, wenn es um Höhe geht, denn die Kletterer kommen dorthin, wo anderen schon mit Blick auf die Höhe die Knie zittern.

Bereits seit 2020 laufen die Planungen für einen neuen Anstrich der Mühle. Das Weiß ist bröckelig, dreckig. Sicherlich sorgte die Nähe zur Autobahn sowie zum Tagebau dafür, dass die Mühle eher grau wirkt.
„Für mich als Jüchener ist es etwas ganz Besonderes, daran teilzuhaben, dass unser Wahrzeichen bald wieder in einem frischen Weiß erstrahlt“, freut sich Schmidt. Denn er weiß, dass die Mühle eigentlich jedem sofort in den Blick fällt, wenn man über die 46 fährt. So musste damals beim Bau der Autobahn sogar extra eine Kurve eingebaut werden, um die denkmalgeschützte Mühle zu umfahren. 

„Von einem ehemaligen Bewohner habe ich mir sagen lassen, dass man den Lärm der Autobahn irgendwann nicht mehr hört“, berichtet Schmidt. Kaum vorstellbar, denn das Sausen der Autos passt nicht so recht zu dem Idyll rund um die Mühle. Dass hier echte Jüchener Geschichte steht, ist dennoch spürbar. Im 18. Jahrhundert wurde die Mühle gebaut, nachdem ein Sturm die vorherige Mühle zerstört hatte. Bis 1927 wurde hier noch gemahlen, danach wurde die Mühle zum Wohnhaus umfunktioniert. 
„Wir haben hier mit einigen Besonderheiten zu kämpfen: So gibt es zum Beispiel an einer Seite noch Merkmale in der Struktur von einem Bombeneinschlag. Bevor in der kommenden Woche der Anstrich startet, mussten wir uns zum Beispiel erst einmal darum kümmern, dass der und diverse Risse vernünftig verputzt wurden“, berichtet der Höhenkletterer.

Im Dachstuhl sind die Experten gesichert, bewegen sich routiniert an der Fassade der insgesamt 25 Meter hohen Mühle entlang. Ihre Arbeit werden wir bald bestaunen können, wenn unser Wahrzeichen wieder strahlt!

Julia Schäfer 

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