Der Gustorfer Extrem-Läufer beteiligte sich in Bünde an einem privaten Benefiz-Event: Der Erlös des 24-Stunden-Laufs ging zu 100 Prozent an die Frühchen-Station der Klinik in Herford.
Im Mittelpunkt standen dabei Dennis Volkmann (Organisator), Lara-Marie Schreiner, Christopher Nixdorf und eben Sebastian Holz, die rund um die Uhr auf der 400-Meter-Tartanbahn waren. Hinzukamen Starter eines örtlichen Sportstudios, die sich abwechselten, und Privatleute, die nach Können und Belieben Kilometer beisteuerten. Auch Kinder und Mischling „Elfie“ („eine ältere Dame“) liefen mit.
Am Ende standen 1.519,9 Kilometer auf der Uhr. Den größten Einzelbatzen steuerte dabei Sebastian Holz bei, der – bis auf kleinere Pausen – die ganzen 24 Stunden unterwegs war.
Die Pausen dienten meist dazu, zu trinken („In der Tat auch Cola. Wegen des Zuckers. Man verbrennt ja relativ viel auf der Strecke.“) und zu essen (Proteinriegel, Kohlenhydrate, Elektrolyte). „Morgens kam dann ein blonder Engel mit Kaffee. Und der hat mich gerettet.“
Der Trick, verrät der erfahrene Schlamm- und Extremläufer, sei es, die Pausen strategisch zu planen. „Kurz bevor man erschöpft ist, muss man Pause machen“, dann falle anschließend der Re-Start leichter.
Und die kurzen Pausen seien echte Pausen gewesen. Vom Weiterlaufen auf der Stelle hält Holz nichts. „Ja, Jogger machen so was“, sagt er mit einem gewissen Unterton. Läufer seiner Spezies würden sich setzen und die Beine ausstrecken. „Lara hat zwischendurch auch mal ne halbe Stunde geschlafen“, weiß er zu berichten.
Eine Uhr am Handgelenk zeichnete die Zahl der Runden auf. Am Ende ergab sich eine Spendensumme von 8.823 Euro. „Unser Ziel waren eigentlich nur 3.000 Euro“, strahlt Holz beim Interview.
„Elfie“ lief an der Seite ihres Herrchens auch ein paar Runden mit. Für das kommende Jahr ist die Wiederholung des „24-Stunden-Events“ in Bünde geplant. Und natürlich will dann auch Sebastian Holz aus Gustorf wieder an den Start gehen. Und vielleicht seinen eigenen Kilometer-Rekord brechen. Seine Sponsoren kamen auch aus Grevenbroich.
Foto: HolzUnd wie war das Feeling auf der Strecke? „Ich hatte die ganze Zeit gute Laune und überhaupt keine Probleme“, stellt er fest. Ganz im Gegenteil: Er hatte zwischendurch auch noch Zeit für einen kleinen Gag: Weil er in der Szene den Spitznamen „Gandalf“ trägt, lief er am Morgen einige Runden im entsprechenden „Herr der Ringe“-Kostüm (kleines Foto oben) über die Bahn. Immerhin sagt Gandalf an entscheidender Stelle: „Erwartet mein Kommen, beim ersten Licht des fünften Tages. Bei Sonnenaufgang, schaut nach Osten.“
Die Kollegen feierten diesen Auftritt natürlich.
„Ich habe noch nicht mal Muskelkater gehabt“, gibt Holz zu Protokoll. Nach den 24 Stunden Laufen habe er beim Abbauen geholfen, sei die 250 Kilometer nach Hause gefahren und habe sich da in die Badewanne gelegt. „... und am nächsten Morgen ging es dann zu Arbeit.“ Drei Tage später hat Holz sein Training wieder aufgenommen und anschließend beim „Rosellener Abendlauf“ seinen persönlichen Rekord verbessert.
Dennis Volkmann habe während des Events neun Kilo verloren, weiß Holz zu berichten. Mit eigenen Zahlen kann er nicht dienen: „Ich habe keine Waage. Ich mache Sport zum Spaß, nicht um abzunehmen. Sport ist Spaß“, lacht er.