1. Jüchen

Rhein-Kreis Neuss: Kriminalstatistik 2022 vorgestellt​

Kriminalstatistik 2022 vorgestellt : „Nach-Corona-Effekt“: Zahl der Straftaten stieg stark an

Zurück zu einem Leben wie in Vor-Corona-Zeiten, das haben sich alle gewünscht. So schön das Fallen der Ausgangsbeschränkungen oder Abstandsregeln auch ist, lässt sich ein negativer Effekt nicht von der Hand weisen, wie bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2022 deutlich wurde. Denn die Zahl der erfassten Delikte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3.671 (+15,9 Prozent).

„Das Innenministerium spricht von einem Pendel-Effekt“, erklärt Christian Kampa, Leiter der Direktion Kriminalität, „in den Pandemie-Jahren ist die Kriminalität runtergegangen, jetzt schwingt das Pendel in die andere Richtung auf das Niveau der Jahre davor. In manchen Bereichen auch darüber hinaus.“

So wurden neue Höchststande im Fünf-Jahres-Vergleich in den Bereichen Gewaltkriminalität (868 Fälle, +6,8 Prozent zum Vorjahr) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (594 Fälle, +19 Prozent zum Vorjahr) ermittelt. Die Aufklärungsquoten blieben mit 77 respektive 83 Prozent auf einem ähnlichen Niveau. Auch bei Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (Schockanrufe, Enkeltrick...) nehmen die Fallzahlen zu. 13 Tötungsdelikte und damit vier mehr als im Vorjahr gab es, die alle aufgeklärt werden konnten.

Den größten Anteil – rund ein Drittel – an der Gesamtkriminalität bildeten, wie auch im Vorjahr, die Diebstahlsdelikte. Danach folgten Delikte, die unter der Kategorie „sonstige Straftatbestände (StGB)“ zusammengefasst werden, unter anderem Sachbeschädigung und Beleidigung. Einen weiteren großen Anteil stellten Vermögens- und Fälschungsdelikte dar.

Im großen Bereich der Diebstahlsdelikte nehmen nach wie vor Diebstähle an und aus Kfz sowie von Fahrrädern den Hauptanteil ein. Danach folgen Wohnungseinbrüche. Gerade in diesen Bereichen könne man selber viel für die Sicherheit seines Hab und Guts machen, erklärt Kampa: „Das sind die Paradedisziplinen, wo man mit Prävention und einem gewissen Aufwand, auch guten Schutz erzielen kann.“ So solle beispielsweise nicht am Fahrradschloss gespart und Taschen nicht im Auto liegen gelassen werden.

Was sich mit Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres nicht leugnen lässt: Der Rhein-Kreis ist ein wahrer Hotspot für Automatensprengungen. 2022 gab es 19 Geldautomatensprengungen und damit fünf mehr als 2021. Besonders im Herbst häuften sich die Vorfälle. „Wir sind sehr verkehrsgünstig gelegen im Speckgürtel von Düsseldorf und mit den Anbindungen zur Autobahn“, versucht Kampa den Grund zu erklären.

Trotz allem betonen Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Christian Kampa jedoch: „Wir sind ein sicherer Kreis.“ Immerhin liege die Zahl der Delikte pro 100.000 Einwohner im Kreis deutlich unter der des Landes NRW und auch die Aufklärungsquote sei mit 52,2 Prozent höher als der Landesdurchschnitt.

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Hier die detaillierten Zahlen für Jüchen: Die Zahl aller registrierten Straftaten stieg in der Stadt Jüchen, nach der Erreichung des Bestwertes im Vorjahr, um 8,2 Prozent auf 1.120 Delikte an. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 55 Prozent und bewegt sich damit zwischen den Werten der vergangenen zwei Jahre. Deutlich angestiegen ist die Gewaltkriminalität. 34 Fälle und damit gut 62 Prozent mehr als im Vorjahr wurden gemeldet. Die Aufklärungsquote ist zwar gesunken, stellt mit 79,4 Prozent aber immer noch den zweitbesten Wert des Vergleichszeitraums dar.

Auch wenn die Zahl der Straßenkriminalität von 197 auf 234 Delikte gestiegen ist, blieben die Zahlen deutlich unter den Werten der Jahre 2018 bis 2020. Die Aufklärungsquote blieb auf gleichem Stand (17,1 Prozent). Einen deutlichen Anstieg gab es auch bei den Diebstahlsdelikten. 284 Fälle und damit gut 31 Prozent mehr wurden registriert. Den größten Anteil machen dabei Diebstähle an und aus Kfz aus. Die Aufklärungsquote lag bei 16,5 Prozent.

Der Aufwärtstrend bei den Betrugsdelikten konnte 2022 erfreulicherweise umgekehrt werden, die Zahlen sanken um 16,5 Prozent. Allerdings nahm auch die Aufklärungsquote ab, die nun bei rund 69 Prozent liegt.