Nachwuchs-Schiedsrichterin beim VfL „Viktoria“ Jüchen-Garzweiler Ehrenamtlicher Einsatz auf dem Fußballplatz

Jüchen · In Zeiten, in denen Schiedsrichter beim Fußball immer wieder verbal, aber auch körperlich, angegriffen werden, Menschen für das Ehrenamt zu begeistern, ist gar nicht so einfach. Umso beeindruckender ist es, dass sich die 14-Jährige Antonia Hetzel dazu entschlossen hat, sich als Schiedsrichterin zu engagieren.

Antonia Hetzel vom VfL Viktoria Jüchen-Garzweiler ist seit Kurzem als Schiedsrichterin aktiv.

Antonia Hetzel vom VfL Viktoria Jüchen-Garzweiler ist seit Kurzem als Schiedsrichterin aktiv.

Foto: Kurier Verlag GmbH/Daniela Furth

Die Schülerin des Gymnasiums Jüchen kam schon in ganz jungen Jahren zum VfL „Viktoria“ Jüchen-Garzweiler – kein Wunder, liegt der Fußballplatz doch quasi vor ihrer Haustür. Für Antonia stand jedoch früh fest, dass sie es nicht beim Fußballspielen belassen möchte: „Dass ich Schiedsrichterin werden möchte, war mir schon lange bewusst. So ungefähr seit ich acht Jahre bin. Aber da war ich noch zu jung, um das Amt zu übernehmen. Deswegen habe ich die Zeit mit Fußballspielen überbrückt, was mir auch sehr viel Spaß gemacht hat“

Im Sommer hängte sie ihr Trikot schließlich an den Nagel und konzentriert sich seither auf ihre Schiri-Laufbahn. Dem VfL „Viktoria“ bleibt sie dabei treu, denn auch Schiedsrichter müssen einem Verein angehören. Ihr Verein stand von Anfang an hinter Antonias Plänen, was sie sehr freut. Außerdem habe ihr bester Freund Emil sie sehr bei der Entscheidung, das zu machen, unterstützt, verrät sie. Er war schließlich auch einer der ersten, die sie nach ihrer Schiedsrichter-Prüfung fragte, ob sie bestanden habe.

Ein dreitägiges Seminar beim Fußballverband Niederrhein als Grundausbildung mit theoretischer und praktischer Prüfung musste die Jüchenerin absolvieren, um das Ehrenamt ausüben zu dürfen. „Da haben wir zum Beispiel die DFB-Regeln gelernt, die noch in Altdeutsch geschrieben waren“, lacht Antonia, die ebenfalls ihre Sportlichkeit unter Beweis stellen musste. Was ihre Tochter alles lernte, war auch interessant für ihre Eltern. „Das war gar nicht so einfach“, schmunzelt ihr Vater. Die Grundausbildung meisterte sie mit Bravour und so darf sie nun im Kreis Grevenbroich-Neuss in der D-Jugend pfeifen. Mit der Zeit plant sie natürlich auch aufzusteigen, sie hofft, einmal bis Verbandsliga pfeifen zu dürfen. Dafür warten über die Jahre auf jeden Fall noch weitere Seminare und Prüfungen auf sie, weiß Antonia.

Die Aufregung vor ihrem ersten offiziellen Auftritt als Schiri – Freundschaftsspiele zur Saisoneröffnung des VfL „Viktoria“ in diesem Jahr hat sie schon gepfiffen – ist groß, aber sie geht mit jede Menge Selbstbewusstsein an die Aufgabe heran. Das beeindruckt Stefan Warth, sportlicher Leiter der Jugend beim VfL: „Das ist absolut nicht alltäglich und selbstverständlich, was Antonia macht. Es geht gerade viel durch die Medien, was Schiedsrichtern leider auf vielen Plätzen passiert. Allein deshalb muss man den Hut davor ziehen, wenn sich jemand für das Amt des Schiedsrichters entscheidet.“