Wie die Schüler es besangen, kamen die Leute zahlreich, um die Fertigstellung des Rohbaus zu feiern. Bürgermeister Philipp Sieben würdigte gemeinsam mit Ratsmitgliedern, sachkundigen Bürgern, Vertretern der Schule sowie den beteiligten Handwerkern den Baufortschritt.
Der Baubeginn erfolgte kurz vor den Sommerferien 2025. Nun ist der dreigeschossige Erweiterungsbau in Holz-Hybridbauweise schon in seiner vollen Größe zu erkennen. Andreas Daumen vom Holzbauunternehmen Derix erklärt den Vorteil gegenüber der Massivbauweise: „Durch den Einsatz von Holz wird die Raumatmosphäre verbessert. Der Rohstoff bringt außerdem schon eine gewisse Wärme mit sich.“ Und Tischlermeister Hans-Günter Friedrichsen (tischleraktiv) ergänzt: „Da wir hier mit einem Naturstoff arbeiten, gibt es keine Schadstoffe.“
Das neue Gebäude wird vier Multifunktionsräume, ein Lehrerzimmer, einen Mehrzweckraum sowie die zugehörigen sanitären Anlagen und Nebenräume umfassen. Das Besondere: Über Verbindungsgänge im Erd- sowie im ersten Obergeschoss wird man vom Bestandsgebäude in den Neubau gelangen können. Die Fassade wird mit senkrechten Holzlamellen verkleidet.
An südöstlicher Seite des Bestandsgebäudes wird parallel die eingeschossige Mensa errichtet, um die wachsenden Ganztagsangebote zeitgemäß zu unterstützen. Auch wird es eine direkte Verbindung der beiden Gebäudeteile geben. Da Nachhaltigkeit bei Neubauten großgeschrieben wird, werden die Dachflächen begrünt und mit einer Photovoltaikanlage versehen und der Erweiterungsbau mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ausgestattet.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 7,4 Millionen Euro. Für den Ausbau der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote erhält die Stadt Jüchen eine Förderung des Bundes in Höhe von rund 933.000 Euro.
Mit dem Ausbau schafft die Stadt moderne und zukunftsfähige Lernbedingungen für die Schüler in Otzenrath. Denn die Grundschule, die derzeit von 180 Kindern besucht wird, wird perspektivisch wachsen. Im Rahmen des Schulentwicklungsplanes hatte der Stadtrat 2022 die Erweiterung der Grundschule Hochneukirch/Otzenrath beschlossen. Am Standort Otzenrath wird es zum Schuljahr 2026/27 einen Zug mehr geben. Hinzu kommt außerdem der steigende Anspruch einer Ganztagsbetreuung.
Tischlermeister Hans-Günter Friedrichsen und sein Mitarbeiter Hauke van Elk trugen nach altem Brauch den segnenden Richtspruch vor und stießen gemeinsam mit Bürgermeister Philipp Sieben stilecht mit Hochprozentigem an und zerschmissen die Gläser. Ein Zeichen für Glück und einen weiterhin erfolgreichen Bauverlauf. Und dann musste der Bürgermeister noch einmal ran: Er durfte den letzten Nagel einschlagen.
Philipp Sieben betonte die Bedeutung des Anbaus: „Wir freuen uns, dass der Bau im Zeitplan liegt. Die Erweiterung ist eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Kinder und stärkt unseren Schulstandort nachhaltig.“ Dabei sprach er nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Otzenrather und Vater zweier Kinder, die einmal ebendiese Schule besuchen werden. „Es ist wirklich ganz toll, was hier geschaffen wird“, bekräftigte er und dankte der Politik und der Verwaltung, die das Projekt ermöglicht haben.
Die Fertigstellung des Anbaus ist für August vorgesehen. Dass der Zeitplan wohl eingehalten werden kann, freut die Schulgemeinschaft. Allen voran Schulleiterin Andrea Pinter: „Wir sind sehr froh über die Erweiterung und planen schon fleißig den Umzug in den Sommerferien.“ Denn da steckt einiges an Logistik hinter, findet dann doch immer die Grundreinigung statt. „Wir müssen gut planen, wann was wo eingepackt wird“, erklärt sie, „denn es finden ja auch noch einzelne Bauarbeiten im Bestandsgebäude statt. Eine aufregende Zeit liegt vor uns.“