Dreizehn Stockwerke auf unsicherem Grund geplant?

Dreizehn Stockwerke auf unsicherem Grund geplant?

Die einst geplanten „Bedburger Höfe“ wurden nach einem Bodengutachten verworfen. Die von den „Grünen“ geforderte Stadthalle dort wurde vom stadteigenen Planungsamt als nicht realisierbar zurückgewiesen.

Jetzt soll auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik Wohnraum für mindestens 3.000 Menschen entstehen; geplant ist unter Anderem ein 13-stöckiges Hochhaus. Ein Investor hat nämlich eine neue Planung angestoßen, die im Rathaus auf große Begeisterung stößt. FDP und Grüne befürchten allerdings ein ausgemachtes Desaster.

Und dass die Stadt auf unübersehbar hohen Kosten sitzen bleiben wird.

Wilhelm Hoffmann (FDP) und Jochen vom Berg („Grüne“) begründen ihre Sorgen beim Besuch in der Redaktion des Erft-Kurier: Gemäß dem alten Bodengutachten gibt es im Bereich des ehemaligen Absetzbeckens eine elf Meter tiefe Schicht, die nicht tragfähig ist: Rübenanhaftungen (Erde, Blätter, Rübenschnitzel) haben sich dort gesammelt und eine torfartige Konsistenz entwickelt. Folge sei, dass dort auch wieder Methangas austrete.

Genau dort soll auch das Hochhaus stehen. Gebaut werden soll es (wie auch die anderen Gebäude) auf Pfeilern, die unterhalb der besagten elf Meter bis in festen Grund vorangetrieben werden soll.

„Und was wird mit den Straßen und Plätzen?“, fragen Liberale und „Grüne“. Beispiele aus anderen Städten hätten gezeigt, dass es da zu mitunter dramatischen Absenkungen kommen könne. Die Stadt Rostock sei so auf Kosten von 15 Millionen Euro sitzen geblieben.

Hinzu komme, dass man nicht wisse, wie die torfartige Schicht reagiere, wenn sich durch die Überbauung die Wasserzufuhr von oben verändern würde. Und die dortige Grundschule solle genau dort gebaut werden, wo der Methan-Austritt derzeit am höchsten sei, argumentieren die beiden.

Während aber Bürgermeister Solbach mit viel Nachdruck dieses risikoreiche vermeintliche Prestige-Projekt vorantreibe, blieben realistischere und sinnvollere Vorhaben auf der Strecke ...

-gpm.

(Kurier-Verlag)
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