1. Grevenbroich

Familie in Wohnungs-Not: „Uns muss doch geholfen werden“

Familie in Wohnungs-Not: „Uns muss doch geholfen werden“

"Die Kinder müssen sicher aufwachsen", schüttelt Eva Kamill (*Name von der Redaktion geändert, Name der Redaktion bekannt) verzweifelt den Kopf, "das sind Kinder, die Köpfchen haben. Die dürfen nicht ins Obdachlosenheim, die Zukunft ist dann angekratzt." Wegen Eigenbedarf, den der Vermieter für die Wohnung der Kamills angemeldet hat, sitzt die siebenköpfige Familie bald auf der Straße.

Denn passenden neuen Wohnraum findet die Familie bisher nicht …

Etwa 100 Quadratmeter, vier Zimmer und 1.300 Euro warm, unterstützt von der Wohngeldstelle. Familie Kamill zeigt sich wenig anspruchsvoll, wenn es um eine neue Wohnung geht. "Wir sind keine Leute, die Party machen, sondern anständig. Wir leben auch nicht vom Job-Center, mein Mann geht arbeiten", berichtet Eva Kamill. Weil der jetzige Vermieter Eigenbedarf angemeldet hat, muss die Familie die Wohnung räumen. "Bis Ende März laufen aber noch Güteverhandlungen", erklärt sie weiter. Doch die Chancen stehen nicht gut weiterhin die Wohnung zu beziehen.


"Es wird doch genug vermietet. Über 40 Wohnungen in Grevenbroich, Rommerskirchen und Jüchen haben wir uns schon angesehen. Doch immer werden wir abgelehnt. Der Grund ist meistens, dass wir so viele Kinder haben", zeigt sich Eva Kamill fassungslos. Zwei, fünf, 15, 18 und 20 Jahre alt sind die Kinder der Familie. "Das sind anständige Kinder, uns muss doch irgendwie geholfen werden können", bittet Kamill um Rückmeldung in der Bevölkerung. Auch die Stadt leistet hier keine Hilfe: "Eine rechtliche Verpflichtung der Stadt, Wohnungssuchenden eine passende Wohnung anzubieten, gibt es nicht. Die Suche nach einer angemessenen Wohnung liegt vollständig im Verantwortungsbereich der gekündigten Familie selbst. Allerdings bietet die Stadt unterstützende Hilfe bei der Wohnungssuche an", erklärt Stadtsprecher Stephan Renner, "kommt es aufgrund einer Kündigung auf Eigenbedarf zu einer Räumungsklage, werden wir als Stadt nicht durch das Amtsgericht informiert", so Renner weiter.

Dies geschehe nur wenn die Kündigung auf Mietschulden beruhe. Die Tage von Familie Kamill unter einem warmen Dach sind nun gezählt ...-agr.