Rudolf Hillebrand in der „Galerie-Werkstatt“ „Meine Welt ist das Marode“

Knechtsteden · An drei Ausstellungswochenenden präsentiert Künstler Rudolf Hillebrand aus Neuss in der „Galerie-Werkstatt“ in Knechtsteden einen Querschnitt seiner Arbeiten.

Rudolf Hillebrand .

Foto: KV.

Fotografie – von Akt über Landschaft bis Stillleben, teils experimentell und in historischen Techniken – trifft auf surrealistische Objektkunst in Form von Miniatur-Dioramen und skurrilen, nicht funktionalen „Art Cameras“. Im Zentrum steht eine Bild- und Materialwelt, die den Reiz des Unperfekten zelebriert: Patina, Rost, verwittertes Holz und Fundobjekte werden zu Trägern von Atmosphäre und Bedeutung.

Hillebrand ist künstlerischer Autodidakt. Fotografische Serien mit unterschiedlichen Themen und Verfahren stehen neben kleinen, sorgfältig gebauten Szenenräumen, die an die Bildwelten surrealistischer Malerei anknüpfen und zugleich eigenständige Erzählungen entwickeln.

Gemeinsam ist Hillebrands Dioramen und „Art Cameras“ die konsequente Arbeit mit „vom Zahn der Zeit“ gezeichneten Materialien: rostige Elemente, verwittertes Holz und eine Vielzahl ungewöhnlicher Fundstücke und Requisiten. Verfall wird hier nicht kaschiert, sondern bewusst als ästhetische Qualität eingesetzt.

O-Ton Rudolf Hillebrand: „Meine Welt ist das Marode, das vom Verfall Gekennzeichnete. Daraus bestehen meine Objekte. Ich liebe die Patina, den Charme und die Ausstrahlung, die natürliche Alterungsprozesse erzeugen.“

Die Ausstellung lädt dazu ein, Fotografie und Objektkunst als zwei Pole desselben künstlerischen Blicks zu erleben: einmal als Bild, einmal als gebautes Miniatur-Universum. Beide getragen von einer klaren Haltung zur Materialität und zu dem, was Dinge erzählen, wenn man ihren Charakter nicht glattbügelt.

(-ekG.)