Derzeit werden die Einnahmen aus der Bandenwerbung zunächst von der Stadt vereinnahmt. 80 Prozent werden an die Vereine weitergeleitet, während 20 Prozent bei der Stadt verbleiben, um den Verwaltungsaufwand – etwa für Vertragsprüfung, Rechnungsstellung und Abwicklung – zu decken. In den vergangenen Jahren lag dieser Anteil bei durchschnittlich rund 6.000 Euro jährlich. Für den städtischen Haushalt ist dieser Betrag vergleichsweise gering, für die Sportvereine kann er jedoch eine spürbare Unterstützung darstellen.
Die Initiative für den Antrag entstand auch aus zahlreichen Gesprächen mit den Sportvereinen vor Ort.
„Ich war in den vergangenen Monaten viel bei unseren Vereinen unterwegs. Dabei kam das Thema Bandenwerbung immer wieder zur Sprache“, erklärt Philipp Bolz, stellvertretender Bürgermeister. „Viele Ehrenamtliche haben mir geschildert, wie viel Arbeit und Engagement sie in die Sponsorensuche investieren. Diese Gespräche haben deutlich gemacht, wie wichtig dieses Thema für die Vereine ist.“
Bolz betont zudem einen zentralen Punkt: „Hinzu kommt, dass die Vereine die Sponsoren in der Praxis selbst akquirieren. Sie sprechen Unternehmen an, pflegen die Kontakte und organisieren vieles rund um die Werbung. Wenn das Engagement und die Einnahmen im Verein entstehen, sollten sie auch vollständig dort ankommen.“
Zugleich unterstreicht Bolz die gesellschaftliche Bedeutung der Vereinsarbeit: „Fußballvereine leisten einen enorm wichtigen Beitrag für unsere Stadtgesellschaft. Für einen sehr kleinen Mitgliedsbeitrag bieten sie Kindern und Jugendlichen Training, Betreuung und Gemeinschaft.“ Die organisatorische und vertragliche Abwicklung soll weiterhin bei der Stadtverwaltung bleiben. Ziel des Antrags ist somit eine Stärkung der Vereine, ohne zusätzliche Verwaltungsaufgaben zu übertragen.
Auch aus den Vereinen selbst kommt Unterstützung für den Vorschlag. Jürgen Latajka, Vorsitzender des 1. FC Grevenbroich-Süd, erklärt: „Unsere Bandenwerbung ist das Ergebnis vieler Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Wir gewinnen die Sponsoren, pflegen die Kontakte und organisieren die Umsetzung. Für uns als Amateurverein macht jeder Euro einen Unterschied – besonders für Jugendarbeit und Vereinsleben.“
Auch Ivan Ardines, Vorsitzender des SC Kapellen, unterstützt die Initiative: „Der SC Kapellen würde es sehr begrüßen, wenn der Rat diesen Beschluss fassen würde.“
Ähnlich äußert sich Erolt Möller, Vorsitzender des BV Wevelinghoven: „Wir unterstützen den Antrag ausdrücklich. Die Sponsoren werden von uns als Verein selbst gewonnen, und auch Montage sowie Instandhaltung der Banden übernehmen wir eigenständig.“