1. Grevenbroich

Grevenbroicher Schüler gedenken den Opfern des Nationalsozialismus.

Namensverlesung auf dem Jüdischen Friedhof : Schüler gedenken Opfern des Nationalsozialismus

Die Klasse 9P der Diedrich-Uhlhorn-Realschule traf sich mit Geschichts- und Klassenlehrer Sebastian Potschka auf dem jüdischen Friedhof in Wevelinghoven. Als die Schülerinnen und Schüler jeweils einen Namen eines jüdischen Bürgers aus Grevenbroich vorlasen, der in Auschwitz ermordet wurde, kehrte Stille ein.

Hinter den Namen steht schließlich ein ganz individuelles Schicksal. Ein Leben, das von Nationalsozialisten ausgelöscht wurde. Die Schüler legten nach jedem Namen einen Stein auf dem Mahnmal des Friedhofs ab. Er soll ewiges Gedenken symbolisieren.

Besonders ein Name blieb nach der anschließenden Schweigeminute im Gedächtnis: Recha Katz. Das Mädchen wurde am 1. Mai 1939 in Köln geboren, lebte mit den Eltern in Wevelinghoven und kam über Riga am 2. November 1943 als Vierjährige ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Danach gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr.

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In Kooperation mit dem Geschichtsverein Grevenbroich gedenkt die Diedrich-Uhlhorn-Realschule in jedem Jahr den Opfern des Nationalsozialismus und veranstaltet darüber hinaus immer in den Osterferien eine Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen KZ Auschwitz im heutigen Polen.

Coronabedingt fand die Veranstaltung nur sehr eingeschränkt statt. „Ich bin froh, dass wir im Rahmen der derzeit gültigen Verordnungen und Konzepte eine Lösung gefunden haben, zumindest mit einer Klasse an diesem besonderen Tag auch vor Ort hier auf dem Friedhof präsent sein und aktiv gedenken zu können“, betont Potschka.