Jetzt liegen die Akten beim Rhein-Kreis, der über die beantragten Fördermittel aus dem „Quartier-Fördertopf“ entscheiden muss. Auch hier unterstrich seine Kollegin Petra Heller, ihres Zeichens Vorständin des Bauvereins, das besondere Engagement der Kreis-Verwaltung und des zuständigen Ministeriums.
Besagte Fördermittel sind für die Baumaßnahme von immenser Bedeutung: Bei geplanten Kosten von 26 Millionen Euro werden öffentliche Mittel in Höhe von 16 bis 18 Millionen Euro erwartet. Neben der Quartiersförderung soll auch das „experimentelle Bauen“ belohnt werden. Ein Preisgeld in Höhe von knapp 300.000 Euro konnte bei einem Wettbewerb in der Landeshauptstadt (Gütesiegel „KlimaQuartier.NRW“) schon verbucht werden, berichtete Möller.
Der „Campus Herkenbuscher Weg“ tritt mit einem konsequent nachhaltigen Anspruch an: Geplant ist eine Holzhybridbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad sowie ein energieeffizienter Standard, unter anderem mit Photovoltaikanlagen und Regenwassermanagement.
Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen: Baustoffe aus dem Rückbau werden, wo möglich, gesichert und wiederverwendet; unter anderem werden Backsteine gereinigt und erneut eingesetzt. Aus ihnen sollen Bänke gemauert, Pflasterflächen gelegt und Spritzsockel verkleidet werden. Zudem wird an die ortstypischen „Grenzmäuerchen“ gedacht.
Auch die Klimafolgenanpassung ist integraler Bestandteil der Planung. Maßnahmen zum Umgang mit Starkregenereignissen sowie zur Entlastung des in der Südstadt stark beanspruchten Kanalnetzes wurden umfassend berücksichtigt.
Auf dem „Campus“ entstehen 95 neue Wohnungen. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf bezahlbarem Wohnen: Rund zwei Drittel der Wohnungen werden als öffentlich geförderter Wohnraum realisiert. Ergänzt durch frei finanzierte Wohnungen entsteht ein sozial ausgewogenes Quartier, das Wohnraum für unterschiedliche Einkommensgruppen und breite Bevölkerungsschichten bietet.
Im Gebäude „Dora“ (die fünf Bauteile sind ähnlich wie früher bei den Kraftwerken üblich nach dem Alphabet „Anton“ bis „Emil“ belegt worden) wird es deshalb auch einen Gemeinschaftsraum geben.
Anfang Mai sollen die noch stehenden und inzwischen „ausgeschlachteten“ Altbauten (was ging, wurde „recycliert“) abgerissen werden. Für den Hochsommer ist die Grundsteinlegung geplant; im Sommer 28 sollen die Mieter kommen ...